Bundeswehr-Satellitensystem »Spock« droht Kostenüberschreitung von über einer halben Million Euro
Bundeswehr-Satellit »Spock« wird teurer – Kosten steigen

Bundeswehr-Satellitenprojekt »Spock« steht vor finanziellen Herausforderungen

Mit einer neuen Konstellation von Radarsatelliten plant die Bundeswehr, Bewegungen russischer Streitkräfte an der Nato-Ostflanke frühzeitig zu erkennen. Das Projekt mit dem Namen »Spock«, eine Abkürzung für »Spacesystem for persistent operational tracking«, soll ab Anfang Oktober 2026 Aufnahmen liefern und mithilfe künstlicher Intelligenz Objekte identifizieren. Allerdings deuten aktuelle Informationen auf erhebliche Zusatzkosten hin.

Vertrauliches Dokument offenbart Preissteigerung

Ein vertrauliches Dokument des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages, das dem SPIEGEL vorliegt, zeigt, dass das Projekt um bis zu 579.531 Euro teurer werden könnte. Diese zusätzlichen Ausgaben betreffen den Betreibervertrag und konnten bei der Aufstellung des Haushalts 2026 noch nicht berücksichtigt werden, da die konkreten Bedarfe erst im Zuge der finalen Angebotslegung Ende 2025 bekannt wurden.

Das Finanzministerium betont, dass eine Verschiebung der Ausgaben nicht möglich ist, da die neue Panzerbrigade 45 in Litauen ihre Arbeit zum 1. Oktober 2026 aufnehmen wird. Ein späterer Betriebsstart von »Spock« würde die Sicherheit der Einheiten vor Ort gefährden. Radarsatelliten haben den Vorteil, dass sie auch bei Dunkelheit und Wolken Bilder machen können, was für die Überwachung der Nato-Ostflanke entscheidend ist.

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Auftragsvergabe und technische Details

Der Auftrag für das »Spock«-System wurde per Direktvergabe an das deutsch-finnische Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall Iceye Space Solutions (Riss) vergeben. Ursprünglich war ein Preis von 1,76 Milliarden Euro geplant, mit der Option, das Gesamtvolumen bis 2033 auf 2,7 Milliarden Euro zu erhöhen. Rheinmetall hält einen Anteil von 60 Prozent an Riss, während das finnische Unternehmen Iceye, das die Satellitentechnologie bereitstellt, 40 Prozent besitzt.

Ab dem kommenden Jahr sollen die Satelliten in Neuss in einer Rheinmetall-Fabrik gefertigt werden, die bisher für die Produktion von Autoteilen genutzt wurde. Für die künstliche Intelligenz des Systems wird das polnische Unternehmen Satim als Zulieferer fungieren. Dennoch plant Rheinmetall, das Bundeswehr-System unabhängig in Deutschland zu betreiben.

Das Projekt ist Teil der Bemühungen der Bundeswehr, die Sicherheit an der Nato-Ostflanke zu stärken, insbesondere im Zusammenhang mit der Stationierung der Panzerbrigade 45 in Litauen. Die Kostenüberschreitung unterstreicht die finanziellen Herausforderungen bei der Umsetzung hochkomplexer Verteidigungsprojekte in einer unsicheren geopolitischen Lage.

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