Putin erklärt Atomstreitkräfte nach Auslaufen von New Start zur absoluten Priorität
Putin: Atomstreitkräfte absolute Priorität nach New Start Ende

Putin setzt nach Ende des New-Start-Abkommens klaren Fokus auf nukleare Abschreckung

Nach dem Auslaufen des New-Start-Abkommens zwischen Russland und den Vereinigten Staaten hat Kremlchef Wladimir Putin die strategische Bedeutung der russischen Atomstreitkräfte in den Mittelpunkt gerückt. In einer Fernsehansprache anlässlich des Tags des Verteidigers des Vaterlandes am 23. Februar erklärte der Präsident: "Die Entwicklung der atomaren Triade, die Russlands Sicherheit garantiert und für eine wirksame strategische Abschreckung sowie ein Kräftegleichgewicht in der Welt sorgt, bleibt eine absolute Priorität."

Militärische Stärkung und Lehren aus dem Ukraine-Konflikt

Putin betonte in seiner Rede, dass Armee und Marine weiter gestärkt werden sollen. Dabei solle explizit aus den militärischen Erfahrungen des seit vier Jahren andauernden Konfliktes in der Ukraine geschöpft werden. Der Kremlchef sagte zudem, alle Teile der Streitkräfte würden verbessert werden, einschließlich ihrer "Gefechtsbereitschaft, ihrer Beweglichkeit und ihrer Fähigkeit, unter allen Bedingungen zu operieren, selbst unter den schwierigsten".

Die Ansprache fiel zeitlich mit dem vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine zusammen und diente traditionell der Inszenierung militärischen Pomps und staatlich geförderten Patriotismus.

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Ende des New-Start-Abkommens und internationale Reaktionen

Das New-Start-Abkommen war am 5. Februar 2026 ausgelaufen, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Verlängerung abgelehnt hatte. Trump bezeichnete das Abkommen als "schlecht ausgehandelt" und warf Russland grobe Verstöße vor. Das Abkommen war im April 2010 von US-Präsident Barack Obama und dem damaligen russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew unterzeichnet worden und sah vor:

  • Reduzierung der atomaren Sprengköpfe auf maximal 1550 pro Seite
  • Gegenseitige Kontrollmechanismen zur Überwachung
  • Regelmäßige Inspektionen und Datenaustausch

Bereits 2023 hatte Russland seine Teilnahme an New Start ausgesetzt, sich aber weiterhin an die zentralen Mengenbegrenzungen gebunden. Vergangenen September bot Putin eine einjährige Verlängerung unter diesen Voraussetzungen an.

Internationale Atomwaffenlage und Verhandlungsaussichten

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass Russland derzeit etwa 5460 nukleare Sprengköpfe besitzt, während die USA über 5180 verfügen. China hat inzwischen schätzungsweise mehr als 600 einsatzfähige Sprengköpfe in seinem Arsenal. Beide Seiten signalisierten zuletzt grundsätzliches Interesse an einem neuen Atomwaffenvertrag, doch die Positionen klaffen auseinander:

  1. Die USA fordern die Einbeziehung Chinas in künftige Verhandlungen
  2. China lehnt dies ab und verweist auf die unterschiedliche Größenordnung seiner Atomfähigkeiten
  3. Moskau betont einen "verantwortungsvollen" Umgang mit strategischen Atomfähigkeiten

Der chinesische Außenamtssprecher Lin Jian erklärte Anfang des Monats, bei Bemühungen zur Rüstungskontrolle müsse die "globale strategische Stabilität" im Blick behalten werden. Peking betonte, seine nuklearen Fähigkeiten seien von ganz anderer Größenordnung als die der USA und Russlands.

Experten wie Pavel Podvig sehen im ausgelaufenen New-Start-Abkommen dennoch gute Voraussetzungen für ein neues Abkommen, da es bewährte Kontrollmechanismen und Vertrauensbildung etabliert hatte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die diplomatischen Bemühungen um eine neue Rüstungskontrollarchitektur Früchte tragen können.

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