Persönliche Attacke im Wahlkampf: Ehefrau Franziska Hagel steht öffentlich zu ihrem Mann
In der heißen Phase des baden-württembergischen Landtagswahlkampfs hat CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel nach einer persönlichen Attacke durch eine grüne Bundestagsabgeordnete nun öffentliche Rückendeckung von seiner Ehefrau Franziska erhalten. Die Politiker-Gattin äußerte sich in einem gemeinsamen Interview mit dem Magazin "Bunte" zu dem acht Jahre alten Video, das in sozialen Netzwerken für erheblichen Wirbel gesorgt hatte.
"Das ist nicht der Mensch, den wir kennen"
Franziska Hagel zeigte sich überrascht von der Intensität der Debatte, die der Satz ihres Mannes über "rehbraune Augen" einer Schülerin ausgelöst hatte. "Was mich aber wirklich überrascht, war nicht die Debatte, sondern wie viele Menschen sich gemeldet haben, die Manuel auch kennen und sagen: 'Das ist nicht der Mensch, den wir kennen und erleben'", erklärte sie gegenüber der Zeitschrift. Die Ehefrau des CDU-Politikers betonte, dass der umstrittene Ausspruch nicht zu ihrem Mann passe, den sie seit einem Jahrzehnt kenne.
Manuel Hagel selbst bezeichnete seinen damaligen Satz erneut als "Mist" und hatte sich bereits vergangene Woche davon distanziert. Interessanterweise verwies er dabei auch auf die Reaktion seiner Frau: "Meine Frau hat mir damals direkt den Kopf gewaschen." Franziska Hagel relativierte diese Aussage jedoch und erklärte: "Das klingt dramatischer, als es war, wir haben geredet, so wie wir das immer tun."
Wahlkampf in Baden-Württemberg bleibt spannend
Die Landtagswahl am kommenden Sonntag verspricht ein äußerst knappes Rennen zu werden. Während Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen nicht mehr antritt, gehen für seine Partei Cem Özdemir und für die CDU Manuel Hagel ins Rennen. Nachdem die CDU in Umfragen monatelang deutlich vorne gelegen hatte, ist der Vorsprung mittlerweile geschmolzen.
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für "Bild" zeigt die Grünen nur noch drei Prozentpunkte hinter Hagels Südwest-CDU. Eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur offenbarte zudem interessante Details zur Wirkung des Video-Skandals: 47 Prozent der Befragten, die von dem Clip gehört hatten, gaben an, dass sich ihr Bild von Hagel eher verschlechtert habe. Allerdings erklärten 13 Prozent sogar, nun ein positiveres Bild von dem Politiker zu haben, während 38 Prozent kaum Veränderungen in ihrer Einschätzung feststellten.
Privates kommt selten in die Öffentlichkeit
Das Ehepaar Hagel, das seit zehn Jahren verheiratet ist und drei kleine Söhne hat, hält sein Privatleben normalerweise strikt von der Politik fern. Öffentliche Auftritte gemeinsam sind entsprechend selten. Umso bemerkenswerter ist daher die aktuelle Stellungnahme von Franziska Hagel, die ihren Mann nicht nur verteidigte, sondern auch betonte: "Ich würde ihn sofort wieder heiraten. Diese zehn Jahre waren geprägt von Liebe, Geborgenheit und natürlich auch von ein paar Herausforderungen."
Sie beschrieb ihren Ehemann als Partner "auf Augenhöhe", während Manuel Hagel seine Frau als "extrem stark und selbstbewusst" charakterisierte. Auf die Frage nach der Familienhierarchie antwortete der Spitzenkandidat ohne Zögern: "Meine Frau, ohne jeden Zweifel. Das ist auch sehr gut so. Sie managt quasi unseren Familienbetrieb."
Die Umfrage, auf die sich die Berichterstattung stützt, wurde vom 25. Februar bis 3. März unter 1.010 Wahlberechtigten ab 16 Jahren in Baden-Württemberg durchgeführt. Welche konkreten Auswirkungen die Debatte um das alte Video letztendlich auf das Wahlergebnis haben wird, bleibt bis Sonntag ungewiss.



