AfD-Kandidat Frohnmaier wehrt sich gegen Vorwürfe der Vetternwirtschaft
Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier, hat bestätigt, dass mehrere Mitglieder seiner Familie für AfD-Politiker aus seinem Landesverband arbeiten. Gleichzeitig wies er die daraus resultierenden Vorwürfe der Vetternwirtschaft scharf zurück und sprach von einer gezielten Anti-AfD-Kampagne.
Familiäre Verbindungen in der AfD
Frohnmaier bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass sein Vater bei der Bundestagsabgeordneten Diana Zimmer im Wahlkreis Pforzheim tätig ist. „Im Rahmen einer Anti-AfD-Kampagne wird derzeit versucht zu skandalisieren, dass mehrere Personen mit demselben Nachnamen in der AfD engagiert sind“, erklärte der Politiker. Sein Vater engagiere sich seit fast zehn Jahren ehrenamtlich in der Partei und gehe inzwischen einem Minijob nach.
Zudem war Frohnmaiers Schwester vor etwa zehn Jahren kurzzeitig für einen AfD-Abgeordneten im baden-württembergischen Landtag beschäftigt. Der AfD-Politiker betonte, dass alle diese Beschäftigungsverhältnisse vollständig rechtmäßig seien. „Von Vetternwirtschaft, unzulässigen Anstellungen oder zwielichtigen Absprachen kann keine Rede sein“, teilte Frohnmaier mit.
Weitere Familienmitglieder in AfD-Positionen
Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Frohnmaiers Frau für den AfD-Bundestagsabgeordneten Johann Martel im Wahlkreis Odenwald-Tauber arbeitet. Frohnmaier bestätigte nun weitere Details: Seine Frau war im vergangenen Jahr kurzzeitig für zwei andere AfD-Bundestagsabgeordnete in einer Arbeitsgemeinschaft tätig, bevor sie zu Martel wechselte.
„Ein völlig normaler Jobwechsel“, kommentierte Frohnmaier diesen Schritt. Er verwies zudem auf die Qualifikation seiner Frau: „Meine Frau ist trilingual und Diplom-Journalistin; sie unterstützt einen AfD-Abgeordneten in einem internationalen Ausschuss.“
Debatte über Vetternwirtschaft in der AfD
Frohnmaier, der Vize-Fraktionschef der AfD im Bundestag ist und als enger Vertrauter von Parteichefin Alice Weidel gilt, äußerte sich kritisch zum Zeitpunkt der Vorwürfe. „Kurz vor einer wichtigen Wahl werde gezielt versucht, aus völlig legalen Arbeitsverhältnissen einen vermeintlichen Skandal zu konstruieren“, sagte er. Dabei würden teilweise Jahre und bis zu einem Jahrzehnt zurückliegende Beschäftigungen aufgegriffen und mit Spekulationen angereichert.
In der AfD wird derzeit bundesweit über Vetternwirtschaft debattiert, insbesondere aufgrund von Anstellungsverhältnissen in der AfD Sachsen-Anhalt. In dem Bundesland waren zuletzt mehrere Fälle bekannt geworden, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern bei anderen Bundestagsabgeordneten beschäftigt wurden.
Die AfD-Fraktion im Bundestag hatte diese Woche erst ihren Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt ausgeschlossen, nachdem dieser die Debatte über Vetternwirtschaft in der Partei ins Rollen gebracht hatte. Frohnmaier betonte abschließend: „Ich bin stolz darauf, dass sich zwei Familienmitglieder für die AfD und für Baden-Württemberg einbringen.“



