Grüne verbreiten altes Hagel-Video: Schmutziger Wahlkampf in Baden-Württemberg
Grüne verbreiten altes Hagel-Video: Schmutziger Wahlkampf

Grüne greifen mit altem Video CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel an

Wenige Tage vor der entscheidenden Landtagswahl in Baden-Württemberg entfacht eine Grünen-Politikerin mit einem acht Jahre alten Internetvideo eine politische Kontroverse. Die Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer hat einen Clip verbreitet, der ein Interview von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel aus dem Jahr 2018 zeigt und den Politiker in Verruf bringen soll.

Ein unglücklicher Satz aus vergangenen Tagen

Im Zentrum der Aufregung steht eine Bemerkung Hagels bei einem Stammtischgespräch über einen Schulbesuch. Der damals 29-jährige Landtagsabgeordnete und CDU-Generalsekretär berichtete von einer Realschulklasse mit 80 Prozent Mädchenanteil: "Also da gibt's für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen." Hagel ging zudem auf eine Schülerin namens Eva mit braunen Haaren und rehbraunen Augen näher ein.

Eigentlich wollte Hagel in dem Interview verdeutlichen, dass Sprache in der Politik wichtig ist und die Menschen erreichen muss. Rückblickend sagt er heute selbstkritisch: "Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist." Schon damals habe es zu Hause Kritik gegeben, wie der Politiker offen einräumt. Seine Ehefrau Franziska habe ihm "den Kopf gewaschen".

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Strategisches Timing kurz vor der Wahl

Dass das Video ausgerechnet jetzt, kurz vor der Landtagswahl am 1. März 2026, wieder auftaucht, halten viele Beobachter für kein Zufall. In aktuellen Umfragen liegt die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten bei 28 bis 29 Prozent – etwa sechs Prozentpunkte vor den Grünen. Vor diesem Hintergrund wirkt die Empörungswelle wie ein gezielter Versuch, dem politischen Gegner persönlich zu schaden.

Kritiker sprechen von einem politischen Manöver und Wahlkampf aus der Mottenkiste. Der Vorgang hinterlässt bei vielen einen schmutzigen Beigeschmack, zumal es sich um eine acht Jahre alte Aufnahme handelt, die kaum geeignet ist, den politischen Charakter eines Menschen zu definieren.

Hagels Reaktion und politisches Profil

Der CDU-Politiker geht offensiv mit dem alten Zitat um und stellt sich der Diskussion. Seit 2016 ist Manuel Hagel mit Franziska verheiratet, das Paar hat drei kleine Söhne im Alter von 7, 5 und 3 Jahren. In seiner Partei gilt der Dreifach-Vater als bodenständig und familienorientiert.

Hagel profiliert sich seit Jahren als pragmatischer Landespolitiker und wird von Unterstützern als vereinend und verbindlich beschrieben. Gerade deshalb halten viele den Grünen-Angriff für überzogen und unverhältnismäßig. Der CDU-Landeschef will Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden und führt seine Partei derzeit in den Umfragen an.

Fragen zum Zustand des Wahlkampfs

Je näher der Wahltermin rückt, desto härter wird der Ton zwischen den politischen Lagern. Eine solche Schmutzkampagne darf den Wählern im demokratischen Spektrum eigentlich nicht gefallen. Manche politische Beobachter fragen sich, ob diese Aktion nicht mehr über den Zustand des Wahlkampfs und die Erbitterung der Grünen verrät als über den Kandidaten selbst.

Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen auf:

  • Wie weit dürfen politische Angriffe in einem fairen Wahlkampf gehen?
  • Ist die Aufarbeitung acht Jahre alter Äußerungen noch zeitgemäß?
  • Welche Auswirkungen hat solch eine Taktik auf das Vertrauen der Wähler in die politische Kultur?

Während die Grünen mit dem Video vermutlich Hagels Image beschädigen wollen, könnte der Schuss nach hinten losgehen. Viele Bürger könnten die Aktion als unsachlich und durchschaubar empfinden. Die eigentlichen politischen Themen drohen in dieser persönlich geführten Auseinandersetzung unterzugehen.

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