CDU-Mitglied postet islamophoben Kommentar gegen Özdemir – Partei leitet Ordnungsverfahren ein
Islamophober CDU-Post gegen Özdemir – Partei reagiert

Islamophober Online-Beitrag eines CDU-Mitglieds löst Empörung aus

Im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg sorgt nicht die übliche politische Debatte zwischen Spitzenkandidaten für Aufsehen, sondern ein äußerst problematischer Online-Post eines weitgehend unbekannten CDU-Mitglieds. Der Kölner CDU-Anhänger Gundolf Siebeke veröffentlichte auf der Plattform X einen offenkundig islamophoben Beitrag, der sich gegen den Grünen-Spitzenkandidaten und ehemaligen Bundesagrarminister Cem Özdemir richtete.

Inhalt des beanstandeten Posts

In seinem Beitrag unterstellte Siebeke, dass Özdemir als möglicher künftiger Ministerpräsident von Baden-Württemberg "die Islamisierung durch seine Entscheidungsmacht fördern" würde. Er forderte sogar, dass sich Özdemir als Muslim von seiner Religion lossagen müsse. Der Post, der auf Verschwörungserzählungen über eine angebliche Unterwanderung Deutschlands durch Muslime anspielte, wurde laut Angaben von X mehr als eine halbe Million Mal aufgerufen und verbreitete sich rasch in den sozialen Netzwerken.

Scharfe Reaktionen aus der Politik

Die Reaktionen auf den Post ließen nicht lange auf sich warten und fielen durchweg eindeutig aus. Selbst der CDU-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, Hagel, wies den Beitrag entschieden zurück und betonte: "So ein Unsinn. Das ist nicht unser Wahlkampfstil, das ist nicht unsere CDU." Er rief dazu auf, in den letzten Tagen des Wahlkampfes fair und respektvoll miteinander umzugehen.

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Cem Özdemir reagierte auf die Unterstützung von Hagel mit den Worten: "Vielen Dank! Genau so machen wir es!" Die Bundestagsabgeordnete und Kölner CDU-Kreisvorsitzende Serap Güler ging in ihrer Stellungnahme noch einen Schritt weiter und bezeichnete die Äußerungen als "völlig inakzeptablen Kommentar".

Konsequenzen für das CDU-Mitglied

Die CDU in Köln zeigt sich nicht bereit, diese Entgleisungen hinzunehmen. Serap Güler kündigte an, dem Kreisvorstand in der nächsten Sitzung die Einleitung eines Ordnungsverfahrens vorzuschlagen. Sie betonte: "Die getätigten Aussagen in dem Posting sind mit dem Menschenbild der CDU unvereinbar. Die CDU Köln distanziert sich von diesen Äußerungen ausdrücklich und kritisiert diese auf das Schärfste. Sie sind unerträglich."

Güler entschuldigte sich sowohl bei Cem Özdemir als auch bei CDU-Spitzenkandidat Hagel dafür, "dass dieser Post eines unserer Mitglieder von Dritten versucht wird, der CDU zuzurechnen". Allerdings handelt es sich bei dem Mitglied offenbar nicht um einen Einzelfall. Güler erklärte, dass der Verfasser bereits in der Vergangenheit wiederholt mit frauenfeindlichen und rassistischen Aussagen aufgefallen sei.

Mögliche Parteiausschlussverfahren

Das nun eingeleitete Ordnungsverfahren könnte im schlimmsten Fall in einem Parteiausschluss enden. Allerdings sind die Hürden für einen solchen Ausschluss innerhalb der CDU recht hoch. Güler betonte, dass das betroffene Mitglied "keinerlei Rolle in unserem Kreisverband" spiele, kein Amt innehabe und bereits mehrfach für sein Verhalten gerügt worden sei.

Der Vorfall zeigt, wie sensibel der Umgang mit religiösen Themen im Wahlkampf ist und welche Herausforderungen Parteien haben, wenn Mitglieder mit extremen Positionen auffallen. Die klare Distanzierung der CDU-Führung von den islamophoben Äußerungen unterstreicht den Willen, einen fairen und respektvollen Wahlkampf zu führen.

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