Steinmeier-Nachfolge im großen Kandidatinnen-Check: Wer wird Deutschlands erste Präsidentin?
Steinmeier-Nachfolge: Wer wird erste Präsidentin?

Historische Chance: Deutschland steht vor der ersten Präsidentin

Es ist ein historischer Moment, der sich am 18. März 2027 abzeichnet: Nach zwei Amtszeiten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) könnte erstmals eine Frau an die Spitze des deutschen Staates treten. Das Schloss Bellevue in Berlin, bisher ausschließlich von Männern bewohnt, würde damit eine neue Ära einläuten. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 über die Nachfolge entscheiden, wie die Bundestagsverwaltung aktuell plant.

Die Kandidatinnen im Rennen um das höchste Staatsamt

Vier Frauen aus der Union haben ihre Ambitionen für das Präsidentenamt bekundet oder werden dafür gehandelt. Die Voraussetzungen sind klar: Die Kandidatin muss deutsche Staatsbürgerin und über 40 Jahre alt sein. Entscheidend wird jedoch die Unterstützung von CDU und CSU sein.

Ilse Aigner: Die bayerische Herausforderin

Ilse Aigner (61, CSU) bekennt sich offen zu ihren Ambitionen als erste Frau im Staate. Die ehemalige Bundesagrarministerin und aktuelle Präsidentin des Bayerischen Landtages könnte auf Zustimmung in der CDU stoßen. Doch innerhalb ihrer eigenen Partei steht ihr ein mächtiger Gegner gegenüber: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59).

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der Konflikt mit Söder könnte Aigners Chancen entscheidend beeinflussen. Söder fürchtet, dass eine Präsidentschaft Aigners seine eigenen Kanzlerambitionen blockieren würde. Sollte die CSU bei den bayerischen Kommunalwahlen im März 2026 deutliche Verluste erleiden, könnte Aigner diesen Schwächemoment für ihren Vorstoß nutzen.

Karin Prien: Die jüdische Kandidatin mit Überzeugungsarbeit

Karin Prien (60), Senioren- und Familienministerin, setzt auf zwei besondere Argumente: Sie wäre nicht nur die erste Frau, sondern auch die erste Jüdin in diesem Amt. Ihr Engagement für das Amt ist unübersehbar – sie wirbt seit längerem aktiv bei SPD und Grünen um Unterstützung.

Doch innerhalb der Union stößt Prien auf Widerstand. Sie gilt vielen als zu links und wird mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Daniel Günther verglichen. Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) lehnt ihre Kandidatur entschieden ab. Kritiker werfen ihr vor, mit ihrer Haltung zum Förderprogramm „Demokratie Leben“ taktisch Stimmen bei Grünen und SPD gesichert zu haben.

Julia Klöckner: Vom Imageproblem zur Respektsperson

Julia Klöckner (53, CDU), die jüngste Kandidatin im Rennen, hat einen bemerkenswerten Wandel durchgemacht. Als ehemalige Bundesagrarministerin wurde sie in Berlin lange belächelt und galt als Politikerin mit harten Kanten, aber inhaltlichen Lücken.

Als Bundestagspräsidentin hat sie sich durch einen neuen Führungsstil Respekt verschafft. Ihre Rede am Holocaust-Gedenktag für die Überlebende Tova Friedman (87) wurde als subtile Bewerbungsrede interpretiert. Doch ihre enge Verbindung zu Fraktionschef Jens Spahn (45), der in der eigenen Fraktion umstritten ist, sowie die notwendige Überzeugungsarbeit bei SPD und Grünen bleiben Herausforderungen.

Annegret Kramp-Karrenbauer: Die Außenseiterin mit Merkel-Erbe

Annegret Kramp-Karrenbauer (63, CDU), bekannt als AKK, bringt ein besonderes Profil mit: Sie war erste Ministerpräsidentin im Saarland und ist nun erste Chefin der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Ihr politisches Erbe ist eng mit Angela Merkel verbunden – sie war deren Generalsekretärin, Ministerin und CDU-Chefin.

Obwohl sie sich öffentlich nicht zum Thema Bundespräsidentin äußern will, hat sie intern bereits Interesse bekundet. Ihr größter Vorteil könnte ihr Außenseiterstatus sein: Sollte Söder Aigner blockieren, Merz Prien stoppen und SPD sowie Grüne sich gegen Klöckner sträuben, könnte AKK als lachende Vierte hervorgehen.

Das Rennen um das historische Amt

Die Entscheidung über Steinmeiers Nachfolge wird nicht nur über die persönlichen Qualitäten der Kandidatinnen entschieden, sondern auch über parteiinterne Machtspiele und strategische Überlegungen. Jede der vier Frauen bringt unterschiedliche Stärken und Herausforderungen mit, die in den kommenden Monaten genau analysiert werden müssen.

Die historische Chance, die erste Bundespräsidentin Deutschlands zu werden, macht dieses Rennen besonders spannend. Die Entscheidung der Bundesversammlung wird nicht nur eine Person, sondern ein Stück deutscher Geschichte bestimmen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration