Herzschlagfinale in Baden-Württemberg: CDU geht mit Berliner Rückendeckung in die Offensive gegen Özdemir
Wahlfinale in Baden-Württemberg: CDU attackiert Özdemir

Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen im Südwesten kurz vor der Wahl

Es steht ein äußerst knappes Herzschlagfinale im baden-württembergischen Landtagswahlkampf bevor. Laut der aktuellen Erhebung der "Forschungsgruppe Wahlen" liegen die CDU und die Grünen nur drei Tage vor der entscheidenden Abstimmung bei jeweils 28 Prozent der Wählerstimmen. Besonders bemerkenswert ist, dass noch immer 32 Prozent der Wahlberechtigten unentschlossen sind. Am kommenden Sonntag wird sich somit zeigen, ob Manuel Hagel (37, CDU) oder Cem Özdemir (60, Grüne) die politische Führung im Ländle übernehmen wird.

Özdemirs staatsmännischer Auftritt in Schwäbisch Gmünd

Sein großes Wahlkampffinale absolvierte Cem Özdemir am Samstag auf dem historischen Marktplatz in Schwäbisch Gmünd. Vor der malerischen Fachwerk-Kulisse und zwischen den Ständen des Wochenmarktes warb der Grünen-Politiker intensiv um jede einzelne Stimme. In seiner Ansprache zeigte er sich zunächst versöhnlich und betonte: "Mitbewerber sind keine Feinde." Doch dann wurde seine Rhetorik schärfer, als er sich gegen Populisten wandte und Donald Trump als "Narzisst" bezeichnete. Bezüglich der AfD und deren Haltung zu Russland wechselte Özdemir sogar ins Schwäbische und erklärte entschieden: "Sich Putin unterwerfen? Des macht mr oifach ned!"

Die Grünen setzen in ihrem Wahlkampf klar auf das Thema Kontinuität nach fünfzehn Jahren Regierungsführung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Özdemir wiederholte dabei seine zentralen Forderungen, zu denen ein verpflichtendes letztes Kindergartenjahr, verbindliche Sprachtests vor der Einschulung sowie strengere Regulierung für soziale Netzwerke gehören. Unterstützung erhielt er bei diesem Auftritt von der ehemaligen Parteichefin Ricarda Lang (32, Grüne).

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CDU setzt mit Merz-Unterstützung auf Wirtschaftskompetenz

Bereits am Freitag hatte CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel in Ravensburg seinen Wahlkampfabschluss inszeniert und dabei gezielt das Kernthema Wirtschaft in den Mittelpunkt gestellt. An seiner Seite stand Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz (70), der die Partei auf einen notwendigen Machtwechsel einschwor. Merz räumte dabei offen ein: "Die Wahl wird knapper, als wir gedacht haben." In einer klaren Warnung an die Wählerschaft fügte er hinzu: "Wer jetzt blau wählt oder gelb wählt, könnte am nächsten Montag grün aufwachen."

Hagel versprach den Bürgern vor allem Stabilität in der aktuellen Krisenzeit, einen verlässlichen Schutz für industrielle Arbeitsplätze und uneingeschränkten Rückhalt für die Automobilbranche. Die CDU strebt nach eineinhalb Jahrzehnten unter grüner Führung nun wieder danach, selbst den Ministerpräsidenten zu stellen.

Scharfe Attacken aus Berlin gegen Özdemir

In letzter Sekunde erhält Manuel Hagel nun auch noch deutliche Rückendeckung aus der Bundeshauptstadt Berlin. Die stellvertretende CDU-Generalsekretärin Christina Stumpp (38) griff Cem Özdemir in einem Interview mit BILD scharf an und erklärte: "Worte und Taten passen bei Cem Özdemir nicht zusammen." Mit Blick auf die Asylpolitik führte Stumpp aus: "Während Cem Özdemir im Ländle plötzlich Härte in der Asylpolitik simuliert, haben die Grünen im Bundestag gegen das Gemeinsame europäische Asylsystem gestimmt."

Auch beim hochsensiblen Thema Automobilindustrie betonte die CDU-Politikerin: "Cem Özdemir hat sich sogar damit gerühmt, das Verbrenner-Aus persönlich in den Koalitionsvertrag der Ampel hineinverhandelt zu haben." Abschließend unterstrich Stumpp: "Baden-Württemberg braucht in Zeiten der Wirtschaftskrise einen Ministerpräsidenten mit Wirtschaftskompetenz, der die Arbeitsplätze sichert. Die hat Manuel Hagel!"

Insgesamt sind bei dieser bedeutenden Landtagswahl rund 7,7 Millionen Menschen wahlberechtigt. Bemerkenswert ist, dass in Baden-Württemberg bereits 16-Jährige an der Abstimmung teilnehmen dürfen. Die Hochburgen der verschiedenen Parteien und die spannende Kopf-an-Kopf-Situation zwischen den Spitzenkandidaten versprechen ein äußerst knappes und historisches Wahlergebnis.

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