Rostock: 45 Millionen Euro für neues Bettenhaus mit Hotel-Feeling
45 Mio. Euro für Bettenhaus mit Hotel-Feeling in Rostock

Seit dem Jahr 2020 befindet sich das Klinikum Südstadt Rostock in einem ununterbrochenen Modernisierungsprozess. „Wir bauen seitdem quasi durch“, sagt Verwaltungsdirektor Steffen Vollrath. Als Großprojekte konnten zuletzt ein Anbau für das neue Herzkatheterlabor und den Hybrid-OP, eine Parkhausaufstockung, der Bau der neuen Zentralküche sowie die Erweiterung und Neugestaltung des Integrierten Notfallzentrums umgesetzt werden. Mit dem bisher teuersten Einzelvorhaben steht jetzt ein weiterer Meilenstein für das größte kommunale Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern bevor: Auf dem Campus des Klinikums laufen die Vorbereitungen für den Bau eines neuen Bettenhauses.

Klinikum mit großer Strahlkraft ins Umland

„Wir machen den Standort weiter fit für die Zukunft“, unterstreicht Vollrath. „Bei unserer längerfristigen medizinischen und baulichen Entwicklungskonzeption geht es darum, aus dem Campus Südstadt ein modernes Behandlungszentrum mit unterschiedlichen Leistungsschwerpunkten im Vergleich zur Universitätsmedizin Rostock zu machen“, erklärt er die Vision und schiebt hinterher: „Das ist uns bisher gelungen.“ Dabei vergisst Vollrath nicht, dass das Klinikum Südstadt mit seinen 500 Betten und den 80 tagesklinischen Plätzen eine große Strahlkraft in das gesamte Rostocker Umland hat. „Wir sind auch Dienstleister für den Landkreis Rostock“, sagt er.

Neues Bettenhaus in Modulbauweise

Mit dem neuen Bettenhaus wird diese Position weiter ausgebaut. Der Neubau entsteht in Modulbauweise und wird mit rund 40 bis 45 Millionen Euro veranschlagt. Seit 2020 sind dann insgesamt zirka 100 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Südstadtklinikums geflossen, darunter viele Fördergelder vom Land. Doch die Finanzierung des Bettenhauses bestreiten Hansestadt und Klinikum aus eigener Tasche. „Das Land fördert hier nicht, wir leisten die komplette Bausumme selbst“, hebt Vollrath hervor. Das Land fördert hingegen den gleichzeitigen Ausbau des Eltern-Kind-Zentrums am Standort in der Südstadt sowie an der Unimedizin Rostock.

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Der Baubeginn für das Bettenhaus hat sich verzögert und soll jetzt im Frühjahr 2027 erfolgen. Mitte oder Ende 2028 hofft Rico Venzmer, Leiter Betriebs- und Medizintechnik, auf die Fertigstellung. „Derzeit wird das Baufeld auf der Südseite des Klinikums vorbereitet. Es findet auch noch eine Kampfmittelsondierung statt“, sagt er. Das 22 Meter hohe Bettenhaus wird mit vier Etagen und einem Technikgeschoss errichtet und direkt an das bestehende Hauptgebäude angebunden. Geplant sind vier moderne Stationen mit insgesamt 160 Betten in großzügigen, hellen Zwei-Bett-Zimmern. „Dabei setzen wir auf moderne Ausstattungsmerkmale, vergleichbar einem Hotel“, sagt Venzmer.

Keine zusätzlichen Kapazitäten, sondern Ersatz

Mit dem Neubau wird das Klinikum keine zusätzlichen stationären Kapazitäten schaffen, sondern alte, baulich veraltete Stationen ersetzen. „Mehrere Stationen werden aus dem Hauptgebäude rausgezogen und in den dann fertigen Neubau verlegt“, erklärt Vollrath. „Im Haupthaus werden dadurch mehrere Ebenen frei. So wird Raum für die Verlagerung tagesklinischer und ambulanter Bereiche im Altbau geschaffen.“ Insbesondere die tagesklinischen Angebote – wie Onkologie, Rheumatologie und Schmerztherapie – sollen im Anschluss konzentriert, aufgewertet und gestärkt werden.

Neues Eltern-Kind-Zentrum in Vorbereitung

Doch mit dem neuen Bettenhaus ist noch nicht Schluss. Unmittelbar anschließen sollen sich die Umbaumaßnahmen für das gemeinsame Eltern-Kind-Zentrum Rostock (ELKI), das für zirka 100 Millionen Euro sowohl auf dem Gelände der Unimedizin Rostock, als auch auf dem Südstadt-Campus entsteht. In den Standort Südstadt fließen dabei 30 Millionen Euro Fördergelder vom Land, 20 Millionen Euro steuert die Hansestadt an Eigenmitteln bei. „Voraussetzung für den Baubeginn hier ist die Fertigstellung des Bettenhauses“, sagt der Verwaltungsdirektor. Ende 2028 könnten die Bauarbeiten für das ELKI auf dem Campus beginnen und Ende 2030 abgeschlossen sein, so Vollrath.

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Ein zentraler Baustein des neuen Eltern-Kind-Zentrums entsteht im markanten ehemaligen Kinderhaus auf dem Campus des Klinikums. „Das alte Kinderhaus wird umgebaut und erweitert“, sagt Vollrath. Hier sollen unter anderem die Geburtshilfe, die Entbindungsstation sowie die Kreißsäle untergebracht werden. „Das ehemalige Kinderhaus ist ein prägendes Gebäude auf unserem Campus mit Anbindung an das Haupthaus und es bekommt jetzt eine neue, hochmoderne Zukunft als Teil des gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrums“, erläutert Vollrath.