AfD von Brandenburger Schüler-Praktikumstag ausgeschlossen
Das Brandenburger Bildungsministerium hat die AfD-Fraktion im Landtag von der Teilnahme am sogenannten Zukunftstag für Schülerinnen und Schüler ausgeschlossen. Dieser Praktikumstag, der am 23. April 2026 stattfinden soll, bietet Jugendlichen ab der siebten Klasse die Möglichkeit, verschiedene Berufe kennenzulernen und sich bei der Berufswahl orientieren zu lassen.
Ministerium begründet Ablehnung mit Verfassungsschutz-Einstufung
Laut Ministeriumssprecher Alexander Engels war die AfD-Landtagsfraktion Brandenburg zunächst unter den Anbietern für den Zukunftstag 2026 gelistet, wurde jedoch kurzfristig abgelehnt. „Der Anbieter wurde abgelehnt, da der AfD-Landesverband durch den Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft ist“, erklärte Engels. Das Ministerium betonte, dass Minderjährige ohne pädagogische Begleitung nicht einer extremistischen Ideologie ausgesetzt werden sollten.
AfD-Fraktion kündigt juristische Schritte an
Die AfD-Fraktion zeigt sich empört über die Entscheidung und prüft nach eigenen Angaben rechtliche Maßnahmen. Dennis Hohloch, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, kritisierte die Ablehnung als ungerechtfertigt: „Es sind Vermutungen, es sind Unterstellungen, und nirgendwo ist nachgewiesen, dass die Partei oder der Landesverband Brandenburg eine rechtsextreme Organisation ist, die verfassungsfeindlich ist“. Hohloch kündigte an, dass die AfD notfalls einen eigenen Praktikumstag organisieren werde.
Rechtliche Auseinandersetzungen um Verfassungsschutz-Einstufung
Hintergrund des Konflikts ist die Einstufung des AfD-Landesverbands Brandenburg durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch. Die AfD hat dagegen geklagt, eine endgültige gerichtliche Entscheidung steht jedoch noch aus. Das Bildungsministerium verweist darauf, dass verwaltungsgerichtliche Entscheidungen die Ablehnung von Schülerpraktika bei der AfD bereits bestätigt hätten. Die AfD-Fraktion sieht sich hingegen durch ein Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts vom Februar 2026 bestätigt, das dem Bundesamt für Verfassungsschutz vorläufig untersagte, die AfD als gesichert rechtsextremistisch einzustufen.
Zukunftstag als etabliertes Berufsorientierungsangebot
Der Zukunftstag Brandenburg ist ein etabliertes Angebot mit fast 1.000 verschiedenen Praktikumsplätzen im gesamten Bundesland. Anbieter können sich über eine Online-Plattform registrieren und Plätze für Schülerinnen und Schüler anbieten. Im vergangenen Jahr war die AfD-Fraktion noch als Anbieter zugelassen, damals wurde sie vom Verfassungsschutz lediglich als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft. Die aktuelle Entscheidung des Bildungsministeriums markiert somit eine Verschärfung der Haltung gegenüber der Partei in diesem Kontext.



