EU billigt staatliche Kontrolle: Bund übernimmt Rosneft Deutschland, Sorgen um US-Sanktionen bleiben
EU billigt Bund-Kontrolle bei Rosneft Deutschland, US-Sanktionen sorgen

EU-Kommission gibt grünes Licht: Bund übernimmt alleinige Kontrolle bei Rosneft Deutschland

Die Europäische Kommission hat entschieden, dass die Bundesregierung die alleinige Kontrolle über Rosneft Deutschland übernehmen darf. Diese Genehmigung erfolgte durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, nachdem die Behörde keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken feststellte. Die Transaktion betrifft primär die Rohölraffination sowie den Großhandel mit Kraftstoffen und petrochemischen Produkten, wie die Kommission in Brüssel mitteilte. Das Verfahren wurde in einem vereinfachten Fusionskontrollprozess geprüft, was die Dringlichkeit der Maßnahme unterstreicht.

Treuhandverwaltung sichert Versorgung in Brandenburg und darüber hinaus

Bereits seit 2022 agiert der Bund als Treuhänder für Rosneft Deutschland und kontrolliert damit Anteile an bedeutenden Raffinerien wie PCK Schwedt, MiRo in Karlsruhe und Bayernoil in Vohburg. Die PCK-Raffinerie in Schwedt ist von zentraler Bedeutung, da sie weite Teile Nordostdeutschlands und Berlins mit Sprit, Heizöl und Kerosin versorgt. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde die Treuhandverwaltung eingeführt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, insbesondere nachdem Lieferanten drohten, ihre Geschäftsbeziehungen einzustellen, falls die Kontrolle an Rosneft zurückfiele.

Die aktuelle Anordnung der Treuhandverwaltung gilt bis zum 10. März und wird regelmäßig verlängert. Das Wirtschaftsministerium betont, dass diese Maßnahme essenziell ist, um den Geschäftsbetrieb von Rosneft Deutschland dauerhaft aufrechtzuerhalten und Engpässe zu vermeiden. Rosneft Deutschland vereint etwa zwölf Prozent der deutschen Erdölverarbeitungskapazität auf sich und zählt damit zu den größten Unternehmen dieser Branche in Deutschland.

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Anhaltende Sorge vor US-Sanktionen in Brandenburg

Trotz der EU-Entscheidung herrscht in Brandenburg weiterhin Besorgnis über mögliche US-Sanktionen. Die geltenden US-Strafmaßnahmen verbieten praktisch jede wirtschaftliche Interaktion mit Rosneft und seinen Tochterfirmen, was nicht nur US-Unternehmen, sondern auch ausländische Banken und Geschäftspartner betrifft. Bis zum 29. April sind diese Sanktionen ausgesetzt, doch danach bleibt unklar, wie die USA auf das deutsche Engagement reagieren werden.

Politische Stimmen, wie der Grünenpolitiker Michael Kellner, plädieren für eine Enteignung von Rosneft, um das Problem der Sanktionen und der Treuhandsituation zu lösen. Kellner argumentiert, dass ein vernünftiger Käufer gesucht werden sollte, um die russischen Anteile auszuschließen. Dies könnte langfristig die Versorgungssicherheit stärken und diplomatische Spannungen mit den USA reduzieren.

Die Bundesregierung steht vor der Herausforderung, die Versorgung zu sichern und gleichzeitig internationale Sanktionsrisiken zu minimieren. Die Diskussionen um eine dauerhafte Lösung, wie Investitionen durch US-Unternehmen oder der Kauf militärisch relevanter Pipelines, zeigen die Komplexität der Lage. Die Entwicklungen werden in Brandenburg und auf Bundesebene mit Spannung verfolgt, da sie direkte Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und Energieversorgung haben.

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