Die Berliner Philharmoniker müssen wegen einer notwendigen Sanierung voraussichtlich ab 2032 in ein Zwischenquartier umziehen. Das weltberühmte Konzerthaus, entworfen von Architekt Hans Scharoun, muss grundlegend überholt werden. Intendantin Andrea Zietzschmann gab bekannt, dass eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wurde und detaillierte Informationen voraussichtlich im Juni folgen sollen.
Umfangreiches Sanierungsvorhaben
„Das ist ein umfangreiches Vorhaben“, erklärte Zietzschmann. Ihr Ziel sei es, 2032 noch das 150-jährige Jubiläum des Orchesters im Gebäude zu feiern und anschließend mit der Sanierung zu beginnen. Dafür müssten jedoch noch in diesem Jahr alle notwendigen Entscheidungen getroffen werden. Gespräche mit dem Land Berlin und dem Bund über die Finanzierung stünden bevor.
„Wir haben viele Probleme, es gibt regelmäßig Schäden“, sagte die Intendantin. Für das Publikum sei dies nicht sichtbar, da der Saal in einem wunderbaren Zustand sei. Doch es gebe erhebliche Mängel, etwa beim Brandschutz. „Man muss stabilisieren, damit das Haus hält. Es ist schon umfangreich, was hier gemacht werden muss.“
Ausweichspielstätten werden geprüft
Derzeit wird geprüft, welche Ausweichspielstätte infrage kommen könnte. Gegenüber der Zeitung „B.Z.“ nannte Zietzschmann den früheren Flughafen Tempelhof und das ICC als zwei von mehreren Optionen. Entscheidend seien Akustik, Verkehrsanbindung und Kapazität, damit die Konzerte nicht defizitär seien. „Sonst machen wir bei jedem Konzert Verlust.“ Auch ein temporärer Ersatzbau auf einer Freifläche werde in Betracht gezogen.
Neue Saison: Petrenko freut sich auf Humperdinck
Chefdirigent Kirill Petrenko präsentierte das Programm für die kommende Spielzeit. Auf dem Spielplan stehen unter anderem Werke von Edward Elgar, Peter Tschaikowsky, Paul Hindemith, Ludwig van Beethoven, Ottorino Respighi und Richard Wagner. Besonders freut sich Petrenko auf „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck. „Dieser romantische Klang ist für unser Orchester wie geschaffen.“
Petrenko ist seit 2019 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Über sein Heimatland Russland äußerte er sich kritisch: Solange das dortige Regime an der Macht sei, könne er sich nicht vorstellen, einen Fuß dorthin zu setzen. Die Philharmoniker zählen zu den weltweit führenden Orchestern. In der neuen Saison werden sie unter anderem in der New Yorker Carnegie Hall auftreten und eine Tournee durch Südamerika unternehmen.
Petrenko über Zauberei und Handwerk
Auf die Frage, ob er sich als Zauberer sehe, antwortete der 54-Jährige scherzhaft: „Das kommt auf die Tagesform an.“ Was man Zauber nenne, sei etwas, das man nicht erklären könne. Dahinter stecke jedoch viel Handwerk. „Man bereitet sich vor, probt und ist fleißig, wie andere Menschen auch. Auch ein Zauberer ist jemand, der sehr fleißig ist. Ich glaube, bei Harry Potter mussten sie das auch lernen.“



