Steeven Bretz übernimmt CDU-Fraktion in Brandenburg: Finanzexperte mit 15 Jahren Erfahrung
Der frühere CDU-Generalsekretär Steeven Bretz ist der neue Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten im Brandenburger Landtag. Am Dienstag wählten ihn die zwölf Abgeordneten mit elf Ja-Stimmen und einer Gegenstimme zum Nachfolger von Jan Redmann, der als neuer Innenminister in die Landesregierung wechselt.
Erfahrener Politiker aus Potsdam übernimmt Führungsrolle
Steeven Bretz kommt aus Potsdam, ist Finanzexperte und schätzt das ehrliche, klare und direkte Wort. Im politischen Geschäft in Potsdam ist er ausgesprochen erfahren. Seit mehr als 15 Jahren, nämlich seit 2009, gehört er dem Landesparlament an. In dieser Zeit erlebte er alle Krisen und Erfolge der märkischen CDU.
Bretz selbst war die meiste Zeit für die Themen Haushalt und Finanzen zuständig. Seit 2019 übernahm er als Parlamentarischer Geschäftsführer auch Verantwortung für die Arbeit der Fraktion und wurde zur rechten Hand von Jan Redmann. „Wir sind zwei Seiten derselben Medaille“, sagte Bretz im Gespräch mit dieser Zeitung.
Politische Herausforderungen und Ziele
Der studierte Betriebswirt, der vor seinem Wechsel in die Politik bei einem Handwerksverband tätig war, geht mit Respekt an die neue Aufgabe heran. „Das Wichtigste ist es, in diesen polarisierten Zeiten zu versuchen, die Gesellschaft zusammenzuführen und zusammenzuhalten“, sagte Bretz.
Als Fraktionschef wolle er daran mitwirken, dass die Regierung ihre Vorhaben verwirkliche, aber auch „Tuchfühlung behalten zum Land und den Menschen.“ Die Koalition müsse nun den Beweis antreten, dass die politische Mitte auch in der Lage ist, zu liefern. „Wir müssen mehr Leute ansprechen und unsere Basis verbreitern“, sagt Bretz. „Vertrauen zurückgewinnen ist die erste Botschaft, um die es in dieser Koalition geht.“
Positionierung in der politischen Mitte
Die Zugehörigkeit zur politischen Mitte ist ein wichtiges Charakteristikum für den unverheirateten Potsdamer Abgeordneten, der sich mit Fahrradfahren und Laufen fit hält und nach eigenen Angaben am liebsten Königsberger Klopse isst.
Während etwa die heutige CDU-Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig in ihrer Zeit im Potsdamer Landtag auch schon einmal gemeinsam mit der AfD abstimmte, lieferte sich Bretz in den Debatten scharfe Rededuelle mit den Abgeordneten der vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuften Partei ebenso wie mit den Abgeordneten des BSW.
Demokratische Grundhaltung und Flexibilität
Dass er in der neuen Koalition nun auch für Parlamentsanträge eintreten muss und zusammen mit der SPD Positionen vertreten muss, die er noch vor Kurzem scharf abgelehnt hat, stört den neuen Fraktionschef dabei nicht. „Demokratie bedeutet, ganz menschlich gesprochen, sich die Frage zu stellen, vor welche Herausforderungen man gestellt ist“, sagt Bretz.
Man müsse sich immer die Frage stellen: Flüchte man aus einer Situation oder stehe man zu seinen Herausforderungen? „Aufgaben können sich immer auch ändern“, sagte Bretz am Dienstag. „Aber es ist die Kunst, diesen geänderten Anforderungen auch persönlich gerecht zu werden.“
Der Wechsel in der Fraktionsführung wurde notwendig, weil Jan Redmann, der auch Landesvorsitzender der CDU ist, als neuer Innenminister in die Landesregierung wechselt. Redmann kann ebenso wie der künftige Bildungsminister, der Prignitzer Abgeordnete Gordon Hoffmann, sein Parlamentsmandat behalten, aber eine Aufgabe in der Fraktion können die künftigen Minister verständlicherweise nicht mehr übernehmen.



