Wegner bleibt offen für Weiterbau der U7 in Spandau trotz Kostendebatte
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat sich erneut für eine bessere Verkehrsanbindung der Außenbezirke ausgesprochen und schließt eine Verlängerung der umstrittenen U7 nicht aus. In einem Interview mit dem Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint betonte Wegner die Bedeutung einer verbesserten Infrastruktur für die Hauptstadt.
Verkehrsverwaltung sieht hohe Kosten als Hindernis
Verkehrsstaatssekretär Andreas Kraus hatte im Verkehrsausschuss angekündigt, dass die U7 aufgrund zu hoher Kosten nicht über die Station Spandau Rathaus hinaus verlängert werden soll. Dies würde bedeuten, dass die Großsiedlung Heerstraße Nord ohne direkten U-Bahnanschluss bliebe. Die Pläne der Verkehrsverwaltung stoßen jedoch auf deutliche Kritik.
SPD-Fraktionschef Raed Saleh warnte in der Berliner Morgenpost und dem Tagesspiegel, dass der Nahverkehrsplan im Senat in dieser Form nicht beschlossen werden könne. Saleh betonte die Notwendigkeit einer zuverlässigen Anbindung für die Bewohner der Außenbezirke.
Wegner betont Bedeutung weiterer Untersuchungen
Kai Wegner zeigte sich trotz der Skepsis aus der Verkehrsverwaltung offen für eine mögliche Verlängerung der U7. „Eine bessere Verkehrsanbindung der Berliner Außenbezirke ist dem Senat und auch mir sehr wichtig“, erklärte der Regierende Bürgermeister. „Das gilt für die Verlängerung der U7, aber auch für die U8 Richtung Märkisches Viertel oder für die Anbindung Mexikoplatz.“
Für die U7 seien nun weitere Untersuchungen erforderlich, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Wegner verwies darauf, dass keine voreiligen Schlüsse gezogen werden sollten.
Verkehrssenatorin Bonde weist SPD-Kritik zurück
Verkehrssenatorin Ute Bonde wies die Kritik des Koalitionspartners SPD entschieden zurück. „Wir stehen vor finanziellen Herausforderungen, wir haben infrastrukturelle und betriebliche Zwänge“, sagte Bonde dem Tagesspiegel. Sie betonte, dass der Bau einer U-Bahn mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit zu erheblichen Herausforderungen führe.
Deshalb bedürfe es weiterer Untersuchungen zur Systementscheidung und zum Streckenverlauf. Bonde stellte klar, dass hierzu keine Vorfestlegung getroffen worden sei und der Dialog mit allen Beteiligten fortgesetzt werde.
Ausblick auf die weitere Entwicklung
Die Debatte um die U7-Verlängerung verdeutlicht die Spannung zwischen den verkehrspolitischen Ambitionen und den finanziellen Realitäten in Berlin. Während Wegner und Teile der SPD auf eine verbesserte Anbindung der Außenbezirke drängen, mahnt die Verkehrsverwaltung zur Vorsicht angesichts der hohen Kosten.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine Einigung im Senat erzielt werden kann oder ob die Pläne für die U7-Verlängerung endgültig auf Eis gelegt werden. Die Bewohner der Großsiedlung Heerstraße Nord und anderer betroffener Gebiete warten weiterhin auf eine klare Perspektive für ihre Verkehrsanbindung.



