Erneute Vollsperrung der A24: Pendler zwischen Hamburg und Berlin vor weiteren Verkehrsbehinderungen
Für Pendler in Westmecklenburg brechen erneut harte Zeiten an. Nachdem sich die Bauarbeiten auf der Schnellbahnlinie zwischen Schwerin und Hamburg bereits auf unbestimmte Zeit verlängert haben, müssen sich Autofahrer nun auf weitere massive Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen. Die Autobahn 24 zwischen den Anschlussstellen Wöbbelin und Hagenow wird in der kommenden Woche erneut voll gesperrt.
Zweitage-Sperrung mit erheblichen Auswirkungen
Die bundeseigene Autobahngesellschaft teilte mit, dass die Strecke zwischen dem 25. Februar um 8 Uhr und dem 26. Februar um 16 Uhr vollständig abgeriegelt wird. In diesem Zeitraum sollen die Arbeiten für den Brückenneubau bei Neu Zachun fortgesetzt werden, der an der wichtigen Bahnpendlerstrecke Schwerin–Hamburg liegt. Der Verkehr wird über eine Ausweichstrecke umgeleitet, die durch Fahrbinde, Rastow, Kraak, Hoort, Neu Zachun und Bandenitz führt.
Die Situation ist besonders belastend für Hamburg-Pendler aus Westmecklenburg, die nach der neunmonatigen Vollsperrung der Hamburg-Linie der Bahn im vergangenen Jahr auf das Auto umgestiegen waren. Erst kürzlich wurden ihre Hoffnungen auf eine Streckenfreigabe Ende April zunichtegemacht, als die Bahn die Bauarbeiten auf unbestimmte Zeit verlängerte. Nun kommen auch auf die Autofahrer erneut massive Verkehrsbeeinträchtigungen zu.
Lange Staus und genervte Anwohner
Nach den Erfahrungen während der Sperrungen in den vergangenen Wochen müssen Pendler während der zweitägigen Sperrung kommende Woche mit längeren Fahrzeiten von etwa einer halben Stunde rechnen. Besonders der Ampelverkehr in Fahrbinde hatte in der Vergangenheit für lange Staus gesorgt. Der Autobahnabschnitt war erst in der vergangenen Woche für drei Tage voll gesperrt gewesen, was zu erheblichen Verkehrsproblemen führte.
Der Lkw- und Pkw-Verkehr musste sich über eine enge Ausweichstrecke quälen, wobei Staus an den Ampelanlagen, Engstellen in Kurvenbereichen und in Ortsdurchfahrten die Fahrer stark belasteten. Anwohner in den betroffenen Orten waren genervt und vom Verkehrsstress betroffen. „Natürlich wissen wir um die Belastung für die Verkehrsteilnehmer bei dieser hoch anspruchsvollen Baustelle. Aber wir sparen in der Zukunft viel Zeit und gewinnen Sicherheit“, hatte MV-Autobahnchef Ronald Normann zu Beginn der Bauarbeiten zumindest bei Autofahrern um Verständnis gebeten.
Sanierung von mehr als 40 Jahre alten Brücken
Während der wiederholten Streckensperrungen sollen zwei sanierungsbedürftige Brücken über Bahnlinien erneuert werden. Die Überführungen wurden im Jahr 1982 errichtet und befinden sich in keinem guten Zustand mehr. Die Straßenbauer hatten die Bauarbeiten wegen der Vollsperrung der Bahnlinie vorgezogen, um ein seltenes Baufenster zu nutzen.
Im Regelfall müsste der Bahnverkehr für entsprechende Brückenbauarbeiten extra eingestellt werden – nach einem langwierigen Verfahren, das mehrere Jahre dauern könnte. Für die Zeit der Bauarbeiten wird der Verkehr jeweils auf einem Fahrstreifen in Richtung Hamburg und einem Fahrstreifen in Richtung Berlin geführt.
Ambitionierter Zeitplan bis zur Sommerreisesaison
In den kommenden Monaten sollen zwei Behelfsbrücken nahe Neu Zachun und in Höhe Lüblow errichtet werden. In den vergangenen Wochen war bereits ein Teil der Brücke in Höhe Lüblow in Richtung Hamburg abgerissen worden. Die Straßenbauer versichern, dass die Arbeiten bis zur Sommerreisesaison abgeschlossen sein werden.
„Das ist sehr ambitioniert, aber wir haben erfahrene Spezialisten aus unserer Außenstelle Güstrow in dem Projekt“, erklärte Normann. Die neuen Brücken sollen die bisherigen Überführungen ersetzen, die aus Sicherheitsgründen bereits zu Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 80 km/h geführt hatten. Bis zur Fertigstellung müssen sich Pendler jedoch weiterhin auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen.



