AfD-Kandidat in Mecklenburg-Vorpommern zieht Direktkandidatur zurück - Betrugsverfahren läuft
Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern verliert einen Direktkandidaten für die anstehende Landtagswahl. Christian Zorn aus Bergen auf Rügen hat seine Kandidatur im Wahlkreis 23 (Darß/Ribnitz-Damgarten) zurückgezogen. Der AfD-Mann, der auch Mitglied des Landesvorstands ist, begründet diesen Schritt mit persönlichen und beruflichen Einschränkungen.
Persönliche Gründe oder juristische Probleme?
In einem Brief an Mitglieder und Förderer des AfD-Kreisverbandes Vorpommern-Rügen vom 4. März erklärt Zorn, er sei in seiner Mobilität zu sehr eingeschränkt, um einen effektiven Wahlkampf führen zu können. Zudem erwähnt er „Diskussionen rund um meine Person und meine persönliche Situation“, ohne jedoch konkreter zu werden.
Parallel zu diesen persönlichen Erklärungen laufen jedoch juristische Verfahren gegen den Politiker. Die Staatsanwaltschaft Stralsund bestätigt ein Betrugsverfahren gegen Zorn. „Es gibt ein Verfahren wegen des Verdachts des Betruges“, erklärt Martin Cloppenburg, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dies hänge mit einer unternehmerischen Tätigkeit des Landtagskandidaten zusammen.
Strafbefehl und Gerichtstermin
Die Staatsanwaltschaft hat bereits einen Strafbefehl beantragt, gegen den Einspruch eingelegt wurde. Das Amtsgericht Stralsund hat für Freitag, den 13. März, einen Verhandlungstermin angesetzt. Ob dieses juristische Verfahren der eigentliche Grund für den Rückzug von der Kandidatur ist, bleibt unklar. Christian Zorn hat auf entsprechende Nachfragen bisher nicht reagiert.
Auswirkungen auf die Landesliste
Interessant ist die Position von Christian Zorn auf der AfD-Landesliste für die Landtagswahl. Der Rüganer steht dort auf Platz 18 – bei aktuellen Umfrageergebnissen von etwa 35 Prozent für die AfD ein durchaus aussichtsreicher Platz für den Einzug ins Parlament. Auf diesen Listenplatz will Zorn offenbar nicht verzichten, wie aus seinem Brief an die Partei hervorgeht.
AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm erklärt dazu, der Rückzug von der Direktkandidatur habe „keine Auswirkung“ auf die Position auf der Landesliste. Die Causa Zorn wirft damit Fragen zur Personalsituation der AfD in Mecklenburg-Vorpommern auf, kurz vor der wichtigen Landtagswahl.
Die Entwicklung zeigt, wie persönliche, berufliche und möglicherweise juristische Faktoren die Kandidatenaufstellung einer Partei beeinflussen können. Während die AfD in Umfragen stark dasteht, müssen sich die Wählerinnen und Wähler nun fragen, welche Kandidaten tatsächlich für sie ins Parlament einziehen werden.



