Bahn-Sanierung Berlin-Hamburg verzögert sich: Ersatzverkehr ab Mai ungewiss
Bahn-Sanierung verzögert: Ersatzverkehr ab Mai ungewiss

Bahn-Sanierung Berlin-Hamburg verzögert sich: Ersatzverkehr ab Mai ungewiss

Die umfassende Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Diese überraschende Ankündigung der Deutschen Bahn stellt Pendler in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vor massive Probleme, denn ab dem 1. Mai könnte es weder Züge noch Ersatzbusse geben.

Horrorszenario für Pendler droht

Seit Monaten müssen Pendler lange Umwege in Kauf nehmen, um ihre Ziele zwischen Hamburg und Berlin zu erreichen. Der Schienenersatzverkehr, organisiert vom Mobilitätsunternehmen Ecovista, gilt als größter in Europa: Über 200 Busse, 500 Fahrer und Millionen gefahrene Kilometer transportieren täglich rund 30.000 Fahrgäste. Doch wie es nach dem 30. April weitergeht, ist komplett unklar. Ein Sprecher von Ecovista teilte mit: „Wir stehen in engem Austausch mit der Deutschen Bahn. Da die Abstimmungen noch andauern, können wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht weitergehend äußern.“ Dies deutet darauf hin, dass ab Mai ein Verkehrskollaps droht.

Politik reagiert mit Empörung

Die Verzögerung der Sanierung hat bei Betroffenen und in der Politik große Empörung ausgelöst. Kritiker fragen sich, warum neun Monate nicht ausreichen und warum die Bahn überrascht ist, dass im Winter Winter herrscht. Zudem wird auf der Strecke weniger verbaut als ursprünglich geplant: Auf das moderne Zugsicherungssystem ETCS wird aufgrund der Komplexität verzichtet. Bei der Riedbahn, die im vergangenen Jahr saniert wurde, ist das ETCS-System über ein Jahr später immer noch nicht vollständig in Betrieb.

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Linke warnt vor Abkopplung des Nordostens

In Mecklenburg-Vorpommern wächst die Sorge, dass die Deutsche Bahn den Nordosten zunehmend ins Abseits drängt. Hennis Herbst, Landesvorsitzender der Linken, kritisiert: „ICE-Verbindungen nach Hamburg und München werden gestrichen, und die Fertigstellung der Streckensanierung wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch die Modernisierung der Strecke Berlin–Binz ist nicht absehbar. Innerhalb kürzester Zeit wird der Fernverkehr in Mecklenburg-Vorpommern deutlich ausgedünnt.“ Er fordert die Bundesregierung und die Deutsche Bahn auf, endlich zu handeln und einen konkreten Plan für einen zuverlässigen Bahnverkehr in Norddeutschland vorzulegen. „Die Pendler fühlen sich zu Recht im Stich gelassen.“

Für Mecklenburg-Vorpommern als Wirtschafts- und Tourismusstandort drohen durch die anhaltenden Verkehrsprobleme spürbare Nachteile. Die Ungewissheit über die Zukunft des Ersatzverkehrs belastet nicht nur die täglichen Pendler, sondern auch die regionale Entwicklung insgesamt.

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