Nach Schwesigs Wutrede: Bahn macht Pendlern jetzt ein Versprechen
Die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin, die bereits seit einem halben Jahr andauert, wird sich deutlich verzögern. Nach der überraschenden Bekanntgabe der Deutschen Bahn wächst der Ärger in Mecklenburg-Vorpommern. Jetzt reagiert die Bahn auf die massive Kritik und stellt Pendlern eine konkrete Zusage in Aussicht.
Schwesig: „Völlig ohne Vorwarnung“
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat die Deutsche Bahn scharf kritisiert. In einem Video auf Facebook betonte die SPD-Politikerin, dass viele Pendler aufgrund der neunmonatigen Sperrung von der Großbaustelle „angenervt“ seien. Jetzt aber habe die Bahn „völlig ohne Vorwarnung“ eine Verzögerung bei der Fertigstellung angekündigt. Schwesig gab bekannt, dass sie Bahnchefin Evelyn Palla in der vergangenen Woche noch gefragt habe, ob der ursprüngliche Termin am 30. April gehalten werden könnte. „Da war noch alles in Ordnung“, sagte sie. „Doch ein paar Tage später ist wieder alles anders. Und genau das ist Problem der Deutschen Bahn: Dass die Bürger und Bürgerinnen sich einfach nicht darauf verlassen können.“
Scharfe Kritik von Grünen und Wirtschaft
Jutta Wegner, verkehrspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, übte ebenfalls scharfe Kritik: „Neun Monate Vollsperrung reichen offenbar immer noch nicht aus, um auf einer der wichtigsten Schienenstrecken des Landes wieder verlässlich Züge fahren zu lassen. Das ist ein Armutszeugnis für das Projektmanagement der Bahn.“ Den Verweis auf den strengen Frost ließ Wegner nicht gelten: „Winterwetter darf niemanden überraschen – erst recht nicht bei einer monatelang geplanten Generalsanierung.“
IHK-Präsident Matthias Belke äußerte sich ähnlich: „Diese erneute Hiobsbotschaft ist ein massiver Schlag für unsere Wirtschaft. Mit Winter muss man im Winter rechnen. Wenn Witterung ein Projekt dieser Größenordnung aus dem Takt bringt, stellt das gesamte Konzept der Generalsanierung infrage.“
Bahnsprecher reagiert ausweichend
Ein Bahnsprecher reagierte auf die Vorwürfe eher ausweichend: „In den letzten Tagen haben wir die Lage DB-intern und mit unseren Baupartnern neu bewerten müssen. Am 16. Februar haben wir umgehend die Öffentlichkeit informiert, wie es weitergeht. Bis zum 13. März werden wir wissen und darüber informieren, wann der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Berlin wieder regulär rollt.“ Die Bahn würde zurzeit alles möglich machen, um die Arbeiten, die wegen der langen strengen Frostperiode nicht erledigt werden konnten, rasch nachzuholen.
CDU spricht von Mogelpackung
Sabine Enseleit, verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im MV-Landtag, forderte bis Mitte März nicht nur ein Konzept für die Inbetriebnahme, sondern eine Garantie, dass der Betrieb der Ersatzverkehre sichergestellt bleibt. Besonders bitter sei, dass schon im Vorfeld deutlich geworden sei, dass diese Generalsanierung eine Mogelpackung sei, da zentrale Modernisierungsmaßnahmen gestrichen worden seien. „Nun wird aus der abgespeckten Sanierung auch noch eine Dauerbaustelle.“
Die Bahn verspricht nun, alles zu tun, um die Verzögerung so gering wie möglich zu halten und den Pendlern in Mecklenburg-Vorpommern bald wieder eine verlässliche Verbindung zu bieten.



