Posthume Ehrung für einen Bewahrer der Geschichte in Gadebusch
Wenige Monate nach seinem Tod hat die Stadt Gadebusch den engagierten Bürger Frank Rohmann posthum für seine Verdienste geehrt. Am Gedenkstein in Wakenstädt enthüllte Bürgermeister Arne Schlien eine etwa ein Meter hohe Stele, die aus einem besonderen Material gefertigt wurde: Eichenholz von der alten Burgseebrücke, über die Rohmann zu Lebzeiten selbst geschritten war.
Feierliche Enthüllung im Beisein von Weggefährten
Im Beisein zahlreicher Weggefährten, Freunde, Angehöriger und Stadtvertreter würdigte Bürgermeister Schlien den 2025 verstorbenen Frank Rohmann als einen Bewahrer des kulturellen und historischen Gedächtnisses. „Er war jemand, der wusste, dass Heimat mehr ist als nur ein Wort“, betonte Schlien in seiner Ansprache. Besonders hob er Rohmanns Engagement als Vorsitzender des einstigen Kulturhistorischen Vereins von 1712 hervor.
Frank Rohmann hatte einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Schwedenschlacht von 1712 historisch aufgearbeitet und wissenschaftlich untersucht wurde. Diese größte Feldschlacht des Nordischen Krieges auf mecklenburgischem Boden, bei der vor den Toren Gadebuschs mehrere tausend Soldaten fielen, zog unter seiner Initiative internationales Interesse auf sich.
Historischer Ort für die Gedenkstele
Die Platzierung der Gedenkstele am Ort der Schwedenschlacht in Wakenstädt ist symbolträchtig. Im Jahr 1712 trafen hier rund 18.000 dänische und sächsische Soldaten auf 12.000 schwedische Soldaten und lieferten sich einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft im Ostseeraum. Das ungebrochen große Interesse an diesem historischen Ereignis brachte über die Jahre Gäste aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Frankreich, Kanada und den USA nach Gadebusch, darunter viele Wissenschaftler und Historiker.
Rohmanns Vermächtnis: Die Nachstellung der Schwedenschlacht
An der Ehrung nahm auch Gadebuschs ehemaliger Bürgermeister Ulrich Howest teil, der an Rohmanns zentrale Rolle bei der Nachstellung der Schwedenschlacht im Jahr 2012 erinnerte. „Diesem großen Ereignis war eine jahrelange, intensive Arbeit vorausgegangen. Ohne Frank Rohmann hätte es das nicht gegeben“, betonte Howest. Die Nachstellung lockte damals tausende Besucher an und wurde sogar vom damaligen Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns, Erwin Sellering, besucht.
Die Gedenkstele enthält die Lebensdaten Frank Rohmanns (1944-2025) auf einer Bronzetafel und ist aus dem Eichenholz der alten Gadebuscher Burgseebrücke gefertigt. Diese Materialwahl unterstreicht die Verbundenheit Rohmanns mit seiner Heimatstadt und ihrem historischen Erbe. Durch sein Wirken hat Frank Rohmann maßgeblich dazu beigetragen, dass Gadebusch über die Grenzen Deutschlands hinaus als Ort bedeutender Geschichte bekannt wurde.



