Kulturschule Malchin: Stavenhagen kürzt Förderung um 10.000 Euro
Der Sparkurs der Stadt Stavenhagen trifft nun auch die Kulturschule Malchin mit voller Härte. Die bisherige jährliche Förderung in Höhe von 30.000 Euro wird um ein Drittel reduziert, sodass nur noch 20.000 Euro zur Verfügung stehen. Diese drastische Kürzung könnte weitreichende Folgen für das kulturelle Leben in der Reuterstadt haben.
Qualität oder Quantität: Kulturschule vor schwieriger Entscheidung
Kulturschul-Leiter Fridolin Zeisler zeigte sich nach der Entscheidung der Stadtvertreter deutlich besorgt. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie wir damit umgehen“, erklärte er. „Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: an der Qualität oder an der Quantität zu sparen.“ Nicht ausgeschlossen sei, dass die Kulturschule ihr Angebot in Stavenhagen reduzieren müsse.
Die größte Herausforderung stellen dabei die Personalkosten dar. Als gemeinnütziger Verein mit angestellten Mitarbeitern, wie gesetzlich vorgeschrieben, muss die Kulturschule konkurrenzfähige Gehälter bieten. „Andernfalls verlieren wir Fachkräfte, und damit Angebot, Qualität und Perspektive“, warnte Zeisler. In einer strukturschwachen Region sei dies besonders kritisch.
Fest integriert in die Bildungsstruktur
Die Kulturschule Malchin ist tief in Stavenhagen verwurzelt. Derzeit werden 225 Schüler im Amtsgebiet Stavenhagen unterrichtet, wöchentlich finden durchschnittlich 106 Unterrichtsstunden statt – am Reuterstädter Schulcampus, in der Grundschule sowie in Kindertagesstätten. Darüber hinaus prägen Lehrkräfte und Schüler das kulturelle Leben der Stadt:
- Musikalische Begleitung städtischer Veranstaltungen
- Auftritte auf dem Marktplatz und in der Synagoge
- Kulturelle Formate in der Traditionshalle Ivenack
- Engagement in regionalen Kirchen
Neben der pädagogischen Arbeit unterstützt die Kulturschule auch Projekte wie den Audioguide der Reuterstadt, bietet thematische Workshops an und stellt Technik für Veranstaltungen bereit.
Hoher Nutzen bei geringem städtischen Anteil
Im vergangenen Jahr entstanden Gesamtkosten in Höhe von 333.900 Euro. Bei einem städtischen Zuschuss von unter 9 Prozent erhält Stavenhagen damit ein sehr umfangreiches Bildungs- und Kulturangebot. „Wir sind der Stadt Stavenhagen für die bisherige Unterstützung ausdrücklich dankbar“, betonte Zeisler. Dennoch mache die aktuelle Kürzung die Aufrechterhaltung des Status quo zu einer großen Herausforderung.
Die Kulturschule steht nun vor der schwierigen Aufgabe, trotz reduzierter Mittel ihr Engagement für die Region aufrechtzuerhalten. Wie sich die Kürzung konkret auf Unterrichtsangebote und kulturelle Veranstaltungen auswirken wird, bleibt abzuwarten.



