Vor 81 Jahren: Der letzte Sturm der Roten Armee im Nordosten Deutschlands
Letzter Sturm der Roten Armee im Nordosten 1945

Vor 81 Jahren: Der letzte Sturm der Roten Armee im Nordosten Deutschlands

Im April 1945, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, erreichte die letzte große Offensive der Roten Armee den heutigen Nordosten Deutschlands mit voller Härte. Nachdem die sowjetischen Truppen die Oder erreicht hatten, verschnauften sie nur kurz, bevor sie ihren finalen Vorstoß starteten.

Die Zerstörung Prenzlaus und anderer Städte

Die Menschen in Prenzlau bekamen die Gewalt des Krieges bald zu spüren: Erste Bombenangriffe gab es bereits am 19. April 1945. Nur eine Woche später war die Uckermark-Stadt gefallen. Die Rote Armee steckte weite Teile der historischen Innenstadt in Brand, was zu einer Zerstörung von etwa 85 Prozent der Bausubstanz führte. Ähnlich erging es vielen anderen Städten in der Region.

In der Regel traf es besonders jene Orte, in denen Widerstand geleistet wurde – anders als beispielsweise in Greifswald oder Altentreptow, die vergleichsweise glimpflicher davonkamen. Die Zivilbevölkerung war selbst dann der Gewalt ausgesetzt, wenn sich die Bürger mit weißen Bettlaken ergaben. Besonders Frauen wurden in dieser Zeit massenhaft Opfer von Vergewaltigungen.

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Die letzten Kriegstage im Nordosten

Die Gegenwehr der Wehrmacht und der SS-Einheiten schwand in diesen Tagen zusehends. Viele deutsche Soldaten flohen lieber gen Westen, um in amerikanische oder britische Gefangenschaft zu geraten, anstatt sich den sowjetischen Truppen zu ergeben. Am 2. Mai 1945 zogen die US-Truppen kampflos in Schwerin ein, während Briten und Kanadier Wismar besetzten.

Nur wenige Tage später kam es bei Schwerin zu einem historischen symbolischen Handschlag zwischen dem britischen Generalfeldmarschall Bernard Montgomery und dem sowjetischen Marschall Konstantin Rokossowski. Dies markierte das Ende der Kampfhandlungen in dieser Region.

Eine Chronologie der Zerstörung

Die letzten Kriegswochen hinterließen eine Spur der Verwüstung im Nordosten Deutschlands:

  • Pasewalk: Die Innenstadt wurde am 25. April durch Bombenangriffe zu 85 Prozent zerstört
  • Woldegk: Fiel am 27. April
  • Ueckermünde und Torgelow: Wurden am 28. April eingenommen
  • Anklam und Neubrandenburg: Fielen am 29. April
  • Demmin, Neustrelitz, Stavenhagen und Malchin: Wurden am 30. April erobert
  • Teterow, Rostock und Stralsund: Fielen am 1. Mai
  • Waren: Wurde am 3. Mai eingenommen

Diese Städte erlebten ähnliche Schicksale wie Prenzlau, mit weitreichenden Zerstörungen und menschlichem Leid in den letzten Tagen des Krieges.

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