Gartenidylle gestört: Lärm und Raserei an der Teschower Chaussee
In der beschaulichen Region Mecklenburgische Schweiz wird die Ruhe zunehmend durch Verkehrslärm getrübt. Anwohner der Teschower Chaussee in Teterow klagen über eine erhebliche Verschlechterung ihrer Lebensqualität. Detlef Blehk, Vorstandsvorsitzender des SV Teterow 90, verbringt seine knappe Freizeit gerne in seinem Garten in der Gartenanlage Behnkenkamp – doch Entspannung ist dort kaum noch möglich.
„Rennstrecke“ statt Erholungsort
„Ab Samstagnachmittag verwandelt sich die Teschower Chaussee in eine regelrechte Rennstrecke“, berichtet Blehk mit deutlicher Verärgerung. Besonders Jugendliche auf laut knatternden Mopeds, häufig Simsons, machen den Anwohnern das Leben schwer. Eine Gartennachbarin ergänzt eindrücklich: „Wenn ich im Garten bin, verstehe ich mein eigenes Wort nicht mehr.“
Blehk hat bereits versucht, das Problem direkt anzusprechen: „Ich habe die jungen Leute gebeten, vernünftig zu fahren.“ Doch die Appelle verhallten weitgehend ungehört. Die Mopedfahrer sind weiterhin laut unterwegs, oft bis in die späten Abendstunden.
Neuer Asphalt als Beschleuniger
Die Situation hat sich nach Angaben der Anwohner durch Bauarbeiten verschärft. 2024 wurden in der Teschower Chaussee eine Abwasserdruckrohrleitung und eine Trinkwasserleitung verlegt, anschließend kam eine neue Asphaltschicht darüber. Seitdem beobachtet Blehk, dass viele Autofahrer die erlaubten 50 km/h deutlich überschreiten. Auch die Präsenz von Simsonfahrern habe seitdem spürbar zugenommen.
Probleme auch auf Ausweichstrecken
Das Problem beschränkt sich nicht nur auf die Hauptstraße. Lothar Koch, dessen Parzelle in der Gartenanlage Ost liegt, hört das Geknatter der Mopeds sogar von dort. Besorgniserregend ist auch die Situation auf dem Birkenweg, der während der Rohrleitungsarbeiten als Ausweichstrecke diente und nun stark befahren ist.
- Der Birkenweg wird nicht nur von Motorrädern und Pkw genutzt, sondern auch von Transportern und landwirtschaftlichen Maschinen.
- Infolge der intensiven Nutzung ist die Straße an einigen Stellen bereits beschädigt und muss instand gesetzt werden.
- Blehk begrüßt die geplanten Reparaturen, äußert jedoch Bedenken: „Ich befürchte, dass der Birkenweg künftig zu einer sehr verkehrsreichen Strecke wird.“
Gefahr für spielende Kinder
Besonders alarmierend ist die Sicherheitslage für Kinder. Aus den Gärten laufen häufig Kinder auf die Straße – bei zu schnellen Autos könnte dies schnell gefährlich werden. Blehk selbst hat auf dem Birkenweg unangenehme Erfahrungen gemacht: „Wenn ich dort unterwegs bin, werde ich mit der Lichthupe gedrängt, doch schneller zu fahren.“ Das Tempolimit von 30 km/h werde von vielen Verkehrsteilnehmern ignoriert.
Polizei reagiert mit verstärkten Kontrollen
Nachdem Blehk die Situation der Polizei geschildert hat, reagieren die Behörden nun. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass insbesondere die lauten Mopeds im Teterower Polizeirevier bekannt sind. Die Beamten werden nun regelmäßig Streife fahren, um die Einhaltung der Verkehrsregeln durchzusetzen.
„Es muss sich herumsprechen, dass hier kontrolliert wird“, hofft Detlef Blehk auf eine baldige Besserung der Situation. Die Anwohner setzen ihre Hoffnungen in die verstärkten Polizeimaßnahmen, um endlich wieder Ruhe in ihre Gärten und Sicherheit für ihre Kinder zu bringen.



