Lyriden-Sternschnuppen erreichen Höhepunkt: Bis zu 20 pro Stunde über Deutschland
Der Nachthimmel im April verwandelt sich erneut in eine faszinierende Bühne für ein seltenes Himmelsspektakel: Die Lyriden, ein bekannter Sternschnuppenstrom, ziehen mit einer beeindruckenden Rate von bis zu 20 Meteoren pro Stunde über Deutschland hinweg. Dieses astronomische Ereignis findet jedes Jahr um den 20. April statt und bietet Sternenfreunden ein atemberaubendes Schauspiel.
Beste Beobachtungsnächte mit klarem Himmel
Laut dem Deutschen Wetterdienst soll der Himmel über Deutschland ab Dienstag, dem 21. April, zunehmend wolkenfrei werden, was ideale Bedingungen für die Sternschnuppenbeobachtung verspricht. Besonders im Norden des Landes sind die Chancen auf einen klaren, dunklen Himmel hoch. Allerdings sollten Beobachter sich warm anziehen, da die Temperaturen in der Nacht auf bis zu minus 2 Grad Celsius sinken können.
Der Höhepunkt des Sternschnuppenstroms wird in den frühen Morgenstunden des 22. Aprils erwartet, also in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg, empfiehlt, für die beste Sicht abgelegene, dunkle Gebiete auf dem Land aufzusuchen, wo Lichtverschmutzung minimal ist.
Praktische Tipps für Sternschnuppenjäger
Um die Lyriden optimal beobachten zu können, ist Geduld gefragt. Die Augen benötigen etwa 30 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Während dieser Zeit sollte man weder auf das Handy noch auf den Mond schauen, um die Nachtsicht nicht zu stören. Der Ausstrahlungspunkt des Sternschnuppenstroms liegt im Sternbild Leier, lateinisch Lyra, von dem sich der Name Lyriden ableitet.
Dieses Sternbild besteht aus vier Sternen, die ein Parallelogramm bilden, sowie dem hellen Hauptstern Wega. Die besten Beobachtungschancen bestehen, wenn die Leier nach Mitternacht hoch am Himmel steht. Die sandkorngroßen Himmelskörper rasen mit einer Geschwindigkeit von etwa 49 Kilometern pro Sekunde durch die Atmosphäre.
Fotografieren der Lyriden: Technische Hinweise
Für ambitionierte Fotografen gibt Björn Voss wertvolle Ratschläge:
- Verwenden Sie ein stabiles Stativ, um Verwacklungen zu vermeiden.
- Ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv mit hohen ISO-Werten ist ideal.
- Setzen Sie auf lange Belichtungszeiten von 15 bis 20 Sekunden.
- Nutzen Sie den Intervall-Modus, um regelmäßig Fotos zu machen, statt erst bei Sichtung einer Schnuppe auszulösen.
- Denken Sie an eine Powerbank, um die Kameraakku-Laufzeit zu verlängern.
Mit diesen Vorbereitungen können Hobbyastronomen und Fotografen das spektakuläre Himmelsschauspiel der Lyriden in vollen Zügen genießen und vielleicht sogar eindrucksvolle Aufnahmen einfangen.



