Spannende Stichwahlen in zwei Städten Mecklenburg-Vorpommerns
In zwei Wochen, am 26. April 2026, stehen die entscheidenden Stichwahlen für die Rathausspitzen in Schwerin und Wismar an. Während in Anklam bereits im ersten Wahlgang alles klar ist, müssen sich die Wähler in den beiden größeren Städten noch einmal zwischen den bestplatzierten Kandidaten entscheiden.
Wismar: AfD gegen SPD in historischer Hansestadt
In der Hansestadt Wismar kommt es zu einem direkten Duell zwischen der AfD-Kandidatin Manuela Medrow und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Frank Junge. Bei der ersten Runde am vergangenen Sonntag konnte Junge mit 42,1 Prozent der Stimmen die klare Führung erringen, während Medrow mit 20,5 Prozent den zweiten Platz unter insgesamt acht Bewerbern erreichte.
Leif-Erik Holm, Spitzenkandidat der AfD für die anstehende Landtagswahl, zeigte sich erfreut über dieses Ergebnis: „Sehr erfreulich ist, dass Manuela Medrow in der bisherigen SPD-Hochburg Wismar in die Stichwahl einziehen konnte.“ Er kündigte an, in den kommenden zwei Wochen intensiv Wahlkampf zu betreiben, um die Wismarer von einem Wechsel nach 36 Jahren SPD-Regentschaft zu überzeugen.
Schwerin: CDU und SPD im Rennen um das Oberbürgermeisteramt
In der Landeshauptstadt Schwerin treten in der Stichwahl CDU-Kandidat Sebastian Ehlers und SPD-Politikerin Mandy Pfeifer gegeneinander an. Pfeifer wird dabei auch von den Linken unterstützt. Ehlers hatte in der ersten Runde 34,2 Prozent der Stimmen erhalten, während Pfeifer auf 27,9 Prozent kam. Die AfD-Kandidatin Petra Federau landete mit 26,3 Prozent knapp dahinter auf Platz drei.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kommentierte das Ergebnis mit deutlichen Worten: „Schwerin hat sich gegen die AfD entschieden.“ Sie rief alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, in der Stichwahl Mandy Pfeifer zu unterstützen, die sie als „die kompetenteste, erfahrenste und ehrlichste Bewerberin“ für diese wichtige Aufgabe bezeichnete.
Anklam: Klarer Sieg im ersten Wahlgang
Ohne Stichwahl geht es dagegen in Anklam weiter. Dort setzte sich der langjährige Bürgermeister Michael Galander (Initiativen für Anklam/IfA) bereits im ersten Wahlgang mit überwältigenden 72,1 Prozent der Stimmen durch. Sein einziger Herausforderer Jörg Valentin von der AfD kam auf 27,9 Prozent.
Politische Reaktionen und Einschätzungen
CDU-Landeschef Daniel Peters zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen seiner Partei: „Die CDU kann in großen Städten ausgesprochen erfolgreich sein.“ Er wies darauf hin, dass solche Ergebnisse für die CDU in einer Stadt wie Schwerin keine Selbstverständlichkeit seien. Peters stellte zudem fest, dass der „wissenschaftlich-mediale Abgesang auf die Volksparteien offenbar verfrüht ist“.
Hennis Herbst, Chef der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, betonte den persönlichen Faktor bei Kommunalwahlen: „Wenn es um konkrete Entscheidungen vor Ort geht, wählen die Menschen Persönlichkeiten.“ Mit Mandy Pfeifer sei es gelungen, eine authentische und vor Ort präsente Kandidatin in die Stichwahl zu bringen, die nun in der entscheidenden Runde überzeugen müsse.
Leif-Erik Holm von der AfD sprach insgesamt von Ergebnissen mit Schatten und Licht: „Auch wenn es für uns bekanntermaßen in größeren Städten etwas schwerer ist, hätten wir uns insgesamt etwas mehr erhofft.“ Dennoch zeigte er sich zuversichtlich für die anstehenden Wahlkämpfe.
Die kommenden zwei Wochen versprechen intensive Wahlkampfaktivitäten in beiden Städten, bevor am 26. April die endgültigen Entscheidungen über die politische Führung in Schwerin und Wismar fallen.



