Tauwetter-Flutwelle im Landkreis Rostock: Feuerwehren im Dauereinsatz gegen Schmelzwasser
Ein plötzliches und intensives Tauwetter hat am vergangenen Wochenende im Landkreis Rostock zu einer wahren Flutwelle geführt. Das massenhaft anfallende Schmelzwasser überflutete Straßen, Dörfer und Höfe und zwang die freiwilligen Feuerwehren der Region in einen anstrengenden Dauereinsatz. Besonders betroffen waren die Ämter Schwaan, Krakow am See und Bützow Land, wo das Wasser teils in Gebäude eindrang und erhebliche Schäden verursachte.
Zwanzig Einsätze im Amt Schwaan: Straßensperrungen und Kellergefahr
Im Amtsgebiet von Schwaan verzeichneten die Einsatzkräfte allein von Samstagmittag bis Sonntagabend zwanzig wasserbedingte Einsätze. „Alle freiwilligen Feuerwehren im Amtsgebiet waren am Wochenende wegen Überschwemmungen im Dauereinsatz“, berichtet Amtswehrführer Thomas Kulow. Eine besonders kritische Situation entwickelte sich auf der Verbindungsstraße zwischen Wiendorf und Niendorf. Trotz dreimaliger Abpumpversuche durch die Feuerwehr Wiendorf überflutete die Straße immer wieder, sodass sie ab Sonntagmittag gesperrt werden musste. Die Sperrung wird voraussichtlich bis Dienstagmittag andauern.
In Letschow drohte das Schmelzwasser von umliegenden Ackerflächen direkt in die Keller des Dorfes zu fließen. Die Feuerwehr Schwaan war hier stundenlang im Einsatz und erhielt dabei bemerkenswerte Unterstützung von den Anwohnern. „Die Anwohner versorgten uns mit Kaffee, Getränken sowie Bockwurst, Brötchen und Süßigkeiten. Diese Hilfsbereitschaft ist keineswegs selbstverständlich - super Aktion! Vielen lieben Dank“, bedankte sich die Freiwillige Feuerwehr Schwaan bei den Dorfbewohnern auf Facebook.
Weitere betroffene Orte: Von Göldenitz bis Vorbeck
Die Überschwemmungen beschränkten sich nicht nur auf Schwaan. Im Amt Krakow am See wurden Fahrbahnen überflutet und in Langhagen drohte eine Mauer wegen der Feuchtigkeit einzustürzen. Die Feuerwehr Bernitt im Amt Bützow Land meldete Einsätze im Trechower Weg und in der Lange Straße, wo das Wasser in Gebäude eindrang. „Am Samstag und Sonntag forderte das schlagartige einsetzende Tauwetter uns ordentlich. Das Wasser bedrohte Häuser bzw. drang in die Gebäude ein. Es wurde gepumpt, Wasserführungen gebaut und Wassergräben gezogen“, so der Bericht der Feuerwehr auf Facebook.
Weitere betroffene Orte waren:
- Göldenitz: Der Platz am Dorfgemeinschaftshaus war völlig überflutet und verwandelte sich in einen ungewollten See.
- Groß Grenz bei Bröbberow: Hier wurde die Straße überflutet.
- Vorbeck: Eine Hofstelle verwandelte sich in einen See.
- Hof Tatschow und Bandower Chaussee: Auch diese Bereiche waren von den Wassermassen betroffen.
Güstrow bleibt verschont: Keine Einsätze im Stadtgebiet
Während die ländlichen Gebiete des Landkreises Rostock stark unter dem Tauwetter litten, blieb das Stadtgebiet von Güstrow glücklicherweise verschont. „Wir wurden glücklicherweise verschont“, bilanziert der stellvertretende Wehrführer Toni Möller. Dies zeigt, wie lokal begrenzt, aber intensiv die Auswirkungen des plötzlichen Tauwetters waren. Die Feuerwehren der Region haben mit ihrem unermüdlichen Einsatz Schlimmeres verhindert und dabei die Solidarität der Bevölkerung erfahren.



