Tauwetter in Mecklenburg-Vorpommern: Sturzbäche überfluten Klein Helle
Tauwetter verwandelt Straßen in Sturzbäche in Klein Helle

Tauwetter in Mecklenburg-Vorpommern: Sturzbäche überfluten Klein Helle

Nach wochenlangem Frost und ergiebigem Schneefall hat plötzliches Tauwetter in der Gemeinde Klein Helle bei Neubrandenburg für erhebliche Probleme gesorgt. Am Donnerstagmorgen verwandelten sich Straßen in reißende Sturzbäche, die zahlreiche Keller überfluteten und die örtliche Infrastruktur vor große Herausforderungen stellten.

Frühmorgendlicher Notruf löst Großeinsatz aus

Bereits um 7.30 Uhr am Donnerstagmorgen erreichte Bürgermeister Johannes Krömer von der Gemeinde Mölln ein besorgniserregender Anruf. Die Rentnerin Resi Ritter meldete, dass Teile der Dorfstraße in Klein Helle überflutet seien und bei einigen Bürgern das Wasser bereits in die Keller gelaufen wäre. „Einige Keller des Neubaublocks stehen bis zu 30 Zentimeter unter Wasser“, berichtete die besorgte Anwohnerin. „Und es kommt immer mehr Wasser von den Feldern.“

Gemeinde mobilisiert alle verfügbaren Kräfte

Bürgermeister Krömer alarmierte umgehend seine beiden Gemeindearbeiter und begab sich persönlich zum Einsatzort. Das von höher gelegenen Feldern strömende Wasser hatte sich seinen Weg in das Dorf gebahnt und überall kleine Bäche entstehen lassen. Besonders problematisch war, dass die Wassermassen allerhand Material mitrissen, das anschließend die Gullis verstopfte.

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Die ersten Maßnahmen der Gemeinde umfassten:

  • Das Öffnen der Gullis für einen schnelleren Wasserabfluss
  • Den Einsatz aller verfügbaren Pumpen
  • Die Anforderung eines Leihbaggers zum Ausheben eines Entwässerungsgrabens

„Wir bestellten sogar einen Leihbagger, um im Bereich des Neubaublocks einen Graben aufzubaggern, damit noch mehr Wasser über die Straße abfließen kann“, erklärte Bürgermeister Krömer die außergewöhnlichen Maßnahmen.

Neubaublock besonders stark betroffen

Trotz seiner Lage auf einer Anhöhe wurde der Neubaublock in Klein Helle besonders stark von den Überflutungen getroffen. Die noch höher gelegenen Felder sorgten dafür, dass sich das Wasser genau in diesem Bereich sammelte. Resi Ritter, die zu den ersten Bewohnern gehörte, die 1964 in den Neubaublock einzogen, musste erleben, wie ihr Keller und der Gemeinschaftskeller unter Wasser standen.

„In der Zeit, in der ich hier wohne, sind die Keller dreimal überflutet gewesen“, erinnerte sich die Seniorin. „Das erste Mal war es im Winter 78/79.“

Nachbarschaftliche Hilfe im Kampf gegen die Fluten

Melanie Glowatz, deren Tochter Lilly-Josephin ebenfalls im Neubaublock wohnt, unterstützte die betroffenen Bewohner im Kampf gegen die Wassermassen. Mit Pumpen und Besen versuchten mehrere Hausbewohner gemeinsam, die Keller und Gänge trocken zu bekommen. „Das Wasser bereitete uns schon seit Mittwochfrüh Sorgen“, schilderte Glowatz die angespannte Situation. „Und in der Nacht zu Donnerstag nahmen die Wassermassen immer mehr zu.“

Glück im Unglück für einige Anwohner

Während die Mieter im Neubaublock massive Schäden erlitten, blieben andere Einwohner wie Melanie Glowatz und ihr Mann Michael von größeren Zerstörungen verschont. Ihr erst im vergangenen März fertiggestelltes Einfamilienhaus wurde zwar ebenfalls von einem neu entstandenen „Bach“ überflutet, aber die Wohnbereiche blieben trocken. Der Rat anderer Einwohner, das Haus auf einer erhöhten Fläche zu bauen, hatte sich als weise Entscheidung erwiesen.

Schadenshöhe noch unklar

Bürgermeister Johannes Krömer gab an, dass die genaue Schadenshöhe noch nicht absehbar sei. Viele Teppiche, Möbel und andere in Kellern gelagerte Gegenstände wurden durch das Wasser zerstört. „Gegen die Wassermassen von den Feldern kann man bei so einem Tauwetter nicht viel machen“, räumte der Bürgermeister ein. „Aber wir werden mit den Bauern sprechen, ob nicht ein Abflussgraben am Feldrand gebaut werden kann.“

Am Nachmittag verschloss Gemeindearbeiter André Krüger die Gullis wieder, um Unfälle zu vermeiden. Die Gemeinde Klein Helle steht nun vor der Aufgabe, die Schäden zu begutachten und langfristige Lösungen gegen solche Wetterextreme zu finden.

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