Ueckertalbrücke auf A20: Nach Sanierung erneut schwerer Unfall mit Tempolimit
Die Ueckertalbrücke auf der Autobahn 20 in Mecklenburg-Vorpommern bleibt ein Sorgenkind für Verkehrsbehörden und Autofahrer. Trotz kürzlich abgeschlossener Sanierungsarbeiten hat sich erneut ein schwerwiegender Unfall auf dem fast 1,2 Kilometer langen Viadukt zwischen Pasewalk und Prenzlau ereignet, der zu erneuten Geschwindigkeitsbeschränkungen geführt hat.
Lange Phase mit Tempolimit 80
Von November 2024 bis März 2026 – also über einen Zeitraum von etwa 18 Monaten – galt auf der Ueckertalbrücke bereits ein striktes Tempolimit von 80 km/h. Obwohl die Fahrbahn über die Brücke schnurgerade verläuft, hatten die Verkehrsbehörden diese drastische Geschwindigkeitsreduzierung angeordnet und zusätzlich ein Überholverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen verhängt.
Die Autobahn GmbH hatte im Januar 2026 die Gründe für diese Maßnahmen erläutert: „Bei der regelmäßigen Bauwerksprüfung waren Mängel an der Befestigung der Fahrzeug-Rückhaltesysteme festgestellt worden. Damit waren die erforderlichen Aufhalteeigenschaften des Schutzsystems beeinträchtigt. Um die Verkehrs- und Betriebssicherheit sowohl für den Kfz-Verkehr auf der Brücke als auch für die Strecke der Deutschen Bahn unter der Brücke zu gewährleisten, wurde als Sofortmaßnahme eine Geschwindigkeitsbeschränkung angeordnet“, hieß es in der offiziellen Stellungnahme.
Sanierung abgeschlossen – doch dann der Rückschlag
Im März 2026 wurden die Instandsetzungsarbeiten an den Schutzsystemen der Ueckertalbrücke planmäßig fertiggestellt. Die Autobahn GmbH hob daraufhin die zuvor geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen auf. Doch die Freude über die abgeschlossene Sanierung währte nur kurz.
Unmittelbar nach der Freigabe ereignete sich ein schwerwiegender Unfall auf der Brücke, der erhebliche Schäden verursachte. Neben dem Fahrzeugrückhaltesystem im Mittelstreifen wurden auch das Rückhaltesystem am rechten Fahrbahnrand der Richtungsfahrbahn Stettin sowie das Brückengeländer beschädigt.
Die Autobahn GmbH reagierte prompt: „Aus diesem Grund mussten wieder Geschwindigkeitsreduzierungen auf beiden Richtungsfahrbahnen aufgestellt werden“, teilte die Verkehrsbehörde mit. Die Fahrzeugrückhaltesysteme wurden zwar bereits repariert, sodass die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Richtungsfahrbahn Lübeck wieder aufgehoben werden konnte.
Weitere Reparaturen notwendig
Auf der Richtungsfahrbahn Stettin bleibt das Tempolimit von 80 km/h jedoch vorerst bestehen. Ein Sprecher der Autobahn GmbH erklärte: „Aktuell werden die Ausschreibungsunterlagen für die Instandsetzung des Geländers vorbereitet. Diese sollen voraussichtlich bis Ende Mai veröffentlicht werden.“
Die Verkehrsbehörde betont, dass die Maßnahmen notwendig sind, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten – sowohl für den Autoverkehr auf der Brücke als auch für den Bahnverkehr darunter.
Lukrative Blitzer an der Brücke
Seit Einführung der ersten Geschwindigkeitsbeschränkungen im November 2024 haben die Blitzer an der Ueckertalbrücke für reichlich Einnahmen gesorgt. Viele Autofahrer halten sich nicht an das Tempolimit, was zu zahlreichen Führerscheinentzügen und Strafgeldern geführt hat.
Die Ueckertalbrücke entwickelt sich damit zu einer der problematischsten Brücken in Mecklenburg-Vorpommern. Trotz Sanierungsbemühungen und Sicherheitsmaßnahmen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, die erneute Einschränkungen erforderlich machen.
Verkehrsexperten fordern nun eine umfassende Überprüfung der gesamten Brückenkonstruktion und langfristige Lösungen, um die Sicherheit auf diesem wichtigen Autobahnabschnitt dauerhaft zu gewährleisten.



