Neuer Seenotrettungskreuzer rückt näher: Bauvertrag fixiert und Indienststellung für 2028 avisiert
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat einen bedeutenden Schritt in der Modernisierung ihrer Flotte vollzogen. Der Bauauftrag für einen neuen Seenotrettungskreuzer wurde erteilt, und der offizielle Vertrag mit der Bauwerft wird in Kürze unterzeichnet. Christian Stipeldey, Sprecher der DGzRS, bestätigte diese Entwicklung und verwies darauf, dass die Indienststellung des hochmodernen Neubaus für das Jahr 2028 geplant ist. Dieser Kreuzer soll die dienstältesten Schiffe der Flotte, die 'Arkona' und die 'Bremen', ersetzen, die seit 1992 bzw. 1993 im Einsatz sind.
Die 'Arkona': Ein bewährtes Arbeitstier in der Ostsee
Seit 2003 ist die 'Arkona' in Warnemünde stationiert und übernimmt eine zentrale Rolle in der Seenotrettung. Das Schiff, das von der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack gebaut wurde, sichert die Seeschifffahrtsstraßen zu den Rostocker Seehäfen ab und patrouilliert im Seegebiet zwischen Kühlungsborn und Wustrow. Mit einer Länge von 28,20 Metern, einer Verdrängung von 103 Tonnen und einer Höchstgeschwindigkeit von 23 Knoten (etwa 42,5 km/h) gleitet die 'Arkona' effizient durch die Ostsee. Begleitet wird sie von ihrem Tochterboot 'Caspar', das an den Maler Caspar David Friedrich erinnert. Rund um die Uhr ist der Kreuzer mit einer vierköpfigen Besatzung besetzt, um die Sicherheit auf See zu gewährleisten.
Technische Daten des neuen Rettungskreuzers
Der neue Seenotrettungskreuzer wird voraussichtlich folgende Hauptdaten aufweisen: eine Länge von 26,12 Metern, eine Breite von 6,70 Metern und einen Tiefgang von 1,70 Metern. Mit einer Verdrängung von 100 Tonnen und einer Leistung von 3310 PS erreicht er eine Geschwindigkeit von 23 Knoten. Zusätzlich wird ein Tochterboot mit einer Länge von acht Metern, einer Breite von 2,80 Metern und einem Tiefgang von 60 Zentimetern bereitgestellt. Dieses Boot kommt bei einer Leistung von 425 PS auf 32 Knoten (knapp 60 km/h). Weitere Details zu Ausstattung und Technologie sollen in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden.
Stationierung und Finanzierung: Offene Fragen und klare Prinzipien
Obwohl die 'Arkona' derzeit in Warnemünde liegt, ist noch nicht entschieden, ob der neue Kreuzer dort oder an einem anderen Standort wie Großenbrode stationiert wird. Die DGzRS betont, dass Umstationierungen innerhalb der Flotte möglich sind und dass die endgültige Entscheidung von der aktuellen Lage abhängt. Der Name des neuen Kreuzers wird erst bei der Taufe offenbart. In finanzieller Hinsicht verzichtet die DGzRS bewusst auf staatliche Mittel und finanziert ihre Arbeit sowie Neubauten ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen und Spenden. Die genauen Gesamtkosten des Projekts werden erst nach Abschluss der Erprobung und Ablieferung aller Komponenten beziffert, wobei Stillschweigen über den Auftragswert mit der Bauwerft vereinbart ist.
Die Bedeutung der Seenotrettung für die maritime Sicherheit
Die DGzRS übernimmt eine hoheitliche Aufgabe, die ihr von der Bundesrepublik übertragen wurde: den maritimen Such- und Rettungsdienst in Nord- und Ostsee. Diese verantwortungsvolle Position erfordert eine ständige Modernisierung der Flotte, um effiziente und zuverlässige Rettungseinsätze zu gewährleisten. Die 'Arkona' und 'Bremen' sind zwar remotorisiert und technisch auf dem neuesten Stand, doch der geplante Neubau unterstreicht das Engagement der Seenotretter, ihre Schiffe kontinuierlich zu erneuern und so die Sicherheit auf See langfristig zu sichern.



