Schaf-Überfahrt zur einstigen Honecker-Insel Vilm
Schaf-Überfahrt zur einstigen Honecker-Insel Vilm

Da hatte Kapitän Jens-Oliver Wermter aber komische Fahrgäste. Am Donnerstag musste der Kapitän zu einem ungewöhnlichen Auftrag ausrücken. Etwa 50 Schafe sollten von Rügen auf die Ostseeinsel Vilm gebracht werden. Eine Fahrt, die dem Kapitän sichtlich Spaß machte.

Von einer Ostseeinsel auf die Nächste

„Zweimal im Jahr fahre ich die Schafe. Einmal auf die Insel und dann wieder zurück“, sagt er. Von Greifswald aus ging es für den Kapitän um kurz nach 6 Uhr morgens auf die Sonderfahrt. Von Lauterbach auf Rügen sollten die Schafe auf die Naturschutzinsel Vilm gebracht werden. Gegen 15 Uhr legte er eigenen Angaben nach wieder in Greifswald an.

Das Schiff seiner Wahl für die Überfahrt, die Seebiene, ist ein Peilschiff von 1963. Schiff, Kapitän und Schafe haben die Fahrt alle heil überstanden und freuen sich jetzt auf ein Wiedersehen im Herbst für die Rückfahrt.

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Die Geschichte der Insel Vilm

1959 wurde die kleine Insel Vilm für die Öffentlichkeit gesperrt und als Ferienort für den DDR-Ministerrat genutzt. In dieser Zeit entstanden mehrere Gebäude im Stil einer Fischersiedlung, ergänzt durch Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude. Die Insel diente regelmäßig der Erholung hochrangiger DDR-Politiker, auch die Honeckers waren dort zu Gast. Heute ist Vilm ein streng geschütztes Naturschutzgebiet, das nur selten betreten werden darf.

Die tierische Überfahrt ist nicht nur ein logistisches Manöver, sondern auch ein Beitrag zum Erhalt der einzigartigen Landschaft. Die Schafe helfen als natürliche Rasenmäher, die Wiesen kurz zu halten und seltene Pflanzen zu schützen. Kapitän Wermter freut sich bereits auf die nächste Fahrt im Herbst, wenn es für die Schafe zurück nach Rügen geht.

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