410 jüdische Grabsteine in Bernburg werden für digitales Lexikon dokumentiert
In einem bemerkenswerten Projekt zur Bewahrung der Erinnerungskultur werden derzeit alle 410 jüdischen Grabsteine auf dem Friedhof in Bernburg sorgfältig fotografiert und dokumentiert. Diese Initiative ist Teil eines umfassenden Vorhabens, das darauf abzielt, die letzten verfügbaren Informationen von jüdischen Friedhöfen in ganz Sachsen-Anhalt für die Nachwelt zu erhalten.
Mammutaufgabe zur Rettung der Geschichte
Seit Juli 2025 sind Anett Gottschalk, die Leiterin des Museums Synagoge Gröbzig, und Philipp Grundmann, ein selbständiger Medientechniker, auf jüdischen Friedhöfen in Sachsen-Anhalt unterwegs. Ihr Ziel ist es, insgesamt rund 7.400 Grabsteine zu putzen, zu vermessen und zu fotografieren. Diese Arbeit dient dazu, die historischen Spuren des jüdischen Lebens in der Region dauerhaft zu bewahren und für ein digitales Online-Lexikon zugänglich zu machen.
Die Dokumentation in Bernburg begann voriger Woche und umfasst alle 410 Grabsteine auf dem örtlichen jüdischen Friedhof. Gottschalk und Grundmann setzen dabei moderne Techniken ein, um jede Inschrift und jedes Detail hochauflösend zu erfassen. Dies gewährleistet, dass selbst verwitterte oder schwer lesbare Texte für künftige Generationen erhalten bleiben.
Ein digitales Erbe für die Zukunft
Das Projekt zielt nicht nur auf die reine Dokumentation ab, sondern schafft ein wertvolles digitales Archiv. Durch die Erfassung der Grabsteine werden persönliche Geschichten, familiäre Verbindungen und historische Kontexte bewahrt, die sonst im Laufe der Zeit verloren gehen könnten. Dieses Online-Lexikon soll als Bildungsressource dienen und das Verständnis für die jüdische Kultur und Geschichte in Sachsen-Anhalt fördern.
Die Bedeutung solcher Initiativen liegt in ihrer Rolle für die Erinnerungskultur. In einer Zeit, in der physische Denkmäler durch Umweltfaktoren oder Vernachlässigung bedroht sind, bietet die Digitalisierung eine nachhaltige Lösung. Sie ermöglicht es, diese kulturellen Schätze unabhängig von ihrem physischen Zustand zu studieren und zu ehren.
Weitere Schritte und Perspektiven
Nach Abschluss der Arbeiten in Bernburg werden Gottschalk und Grundmann ihre Mission auf andere jüdische Friedhöfe in Sachsen-Anhalt ausweiten. Jeder dokumentierte Grabstein trägt dazu bei, ein umfassendes Bild der jüdischen Gemeinschaft in der Region zu zeichnen. Dieses Projekt unterstreicht die Notwendigkeit, historische Zeugnisse aktiv zu schützen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Für Interessierte bietet das digitale Angebot vertiefte Einblicke in diese und ähnliche Projekte, wobei die Dokumentation in Bernburg als wichtiger Meilenstein in der Bewahrung des kulturellen Erbes gilt.



