Sportgutschein-Programm in Sachsen-Anhalt: Geringe Resonanz bei Schulanfängern
Sportgutscheine für Erstklässler kaum genutzt

Sportgutschein-Programm in Sachsen-Anhalt mit mäßigem Erfolg

Das Innenministerium in Magdeburg hat die Bilanz des dreijährigen Programms „Vereine machen Schule - Sportgutscheine für Sachsen-Anhalts Schulanfänger“ gezogen. Die Ergebnisse zeigen eine deutlich geringere Nutzung der Fördermittel als erhofft. Von insgesamt 18.145 ausgegebenen Gutscheinen im vergangenen Jahr wurden lediglich etwa 2.200 tatsächlich eingelöst. Diese Zahl kann sich noch minimal erhöhen, da Vereine bis Ende des Monats letzte Gutscheine einreichen können.

Geringe Quote an Neumitgliedern

Besonders enttäuschend fällt die Bilanz bei der Gewinnung neuer Vereinsmitglieder aus. Von den eingelösten Gutscheinen entfielen nur 635 auf Kinder, die zuvor nicht in einem Sportverein aktiv waren. Das entspricht einem Anteil von knapp einem Drittel. Die übrigen knapp 1.600 Gutscheine wurden von bereits bestehenden Mitgliedern genutzt. Damit liegt der Anteil der durch das Programm gewonnenen Neumitglieder an der Gesamtzahl der ausgegebenen Gutscheine bei lediglich 3,5 Prozent.

Konstant niedrige Einlösequoten über drei Jahre

Die Einlösequote der Sportgutscheine bewegt sich seit Programmbeginn auf einem konstant niedrigen Niveau:

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  • 2023: 14,3 Prozent der Gutscheine wurden eingelöst
  • 2024: 11,2 Prozent der Gutscheine wurden eingelöst
  • 2025: 12,2 Prozent der Gutscheine wurden eingelöst

Das Innenministerium bewertet diese „konstant moderaten Einlösequoten“ zusammen mit der geringen Neumitgliederquote als Hinweis darauf, dass sich keine flächendeckende Breitenwirkung entfalten konnte. Auch eine dauerhafte Steigerung der Vereinsmitgliederzahlen sei nicht erreicht worden.

Programm als einmaliger Anreiz ohne Langzeitwirkung

In einer offiziellen Stellungnahme betonte das Ministerium: „Der einmalige Anreiz zum Einstieg in den Vereinssport erreichte zwar einzelne Kinder, kann aber keine dauerhafte Strategie zur Gewinnung von Neumitgliedern und deren langfristige Bindung an den Vereinssport ersetzen.“ Das Programm war vom Landtag auf drei Jahre befristet worden und steht nun vor dem endgültigen Abschluss.

Alternative Fördermöglichkeiten bestehen weiter

Das Innenministerium wies darauf hin, dass vergleichbare Fördermöglichkeiten für sportliche Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen weiterhin bestehen. Insbesondere über das Bildungs- und Teilhabepaket können Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten dauerhafte finanzielle Unterstützung erhalten. Hier werden bis zu 15 Euro monatlich für Vereinsmitgliedschaften übernommen, was eine kontinuierliche Förderung ermöglicht.

Das Ministerium plant, dem Landtag noch vor der Sommerpause eine ausführliche Auswertung des abgeschlossenen Programms vorzulegen. Damit endet eine Initiative, die mit jeweils 50 Euro pro Kind eigentlich mehr Erstklässler für den Vereinssport begeistern sollte, aber letztlich nur begrenzte Wirkung zeigte.

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