Alba Berlin erkämpft sich Viertelfinaleinzug in der Champions League
Mit einem hart erkämpften 69:60-Heimsieg gegen Tofas Bursa hat sich Alba Berlin vorzeitig für das Viertelfinale der Basketball Champions League qualifiziert. Der dritte Sieg im vierten Spiel der Round of 16 reichte aus, um die Berliner unter die besten acht Teams zu katapultieren. Entscheidend war dabei auch der gleichzeitige Sieg von Tabellenführer AEK Athen gegen Schlusslicht Karditsas mit 90:62, wodurch das Team von Trainer Pedro Calles nicht mehr von Platz zwei in der Vierergruppe zu verdrängen ist.
Holpriger Start in der Uber Arena
Von einem Basketball-Leckerbissen konnte in der Uber Arena zunächst keine Rede sein. Alba begann das Spiel mit einem ernüchternden Auftakt und benötigte ganze drei Minuten für die ersten Punkte. Nach sieben Spielminuten standen lediglich neun Zähler für die Berliner zu Buche, während Tofas bereits auf 14 Punkte kam. Trainer Calles nahm daraufhin die erste Auszeit, um sein Team neu zu sortieren.
Besser wurde es jedoch nicht: In die erste Viertelpause ging Alba mit mickrigen elf Zählern und lag mit 11:18 deutlich zurück. Das Fehlen von Kapitän Martin Hermansson, der mit einer Bänderverletzung im Daumen ausfiel, machte sich deutlich bemerkbar.
Wende im zweiten Viertel
Zu Beginn des zweiten Viertels gerieten die Berliner sogar mit -11 in Rückstand (11:22). Dyn-Kommentator Chris Schmidt fragte sich laut: „Wann bitte wacht Alba Berlin auf?“ Genau in diesem Moment fand das Team zu alter Stärke zurück. Plötzlich fielen die Dreier – vier von acht Versuchen gingen im zweiten Viertel ins Netz – und Alba zeigte sich deutlich aggressiver und zupackender unter den Körben.
Bis zur Halbzeit gelang der vollständige Ausgleich auf 33:33. Diese Wende zum Guten setzte sich nach der Pause fort: Zwischenzeitlich baute Alba einen Vorsprung von +9 Punkten auf, nahm dann aber nur einen Vier-Punkte-Polster in den Schlussabschnitt mit (51:47).
Teamleistung sichert den Erfolg
Zu Beginn des letzten Viertels erlaubten sich die Hausherren zwei Minuten ohne eigenen Punkt, was den Türken die Chance zur Führung bot. Diese ließen sie jedoch ungenutzt. „Alba muss den Fight jetzt annehmen. Das wird vermutlich ein Hauen und Stechen bis zur letzten Sekunde“, kommentierte Schmidt die angespannte Situation.
Zum Glück für die Berliner wurde es nicht ganz so dramatisch. Sie konnten sich auf eine geschlossene Mannschaftsleistung verlassen. Gleich vier Akteure trafen zweistellig:
- Justin Bean mit 13 Punkten
- Moses Wood mit 12 Punkten
- Jack Kayil mit 10 Punkten
- Malte Delow mit 10 Punkten
Diese breite Streuung der Punktelast trug maßgeblich zum verdienten Sieg bei.
Eurocup-Aus für Ratiopharm Ulm
Parallel dazu hatte das Spiel des deutschen Vizemeisters Ratiopharm Ulm im Eurocup nur noch statistischen Wert. Nach der 90:103-Heim-Niederlage in der vergangenen Woche gegen Buducnost Podgorica aus Montenegro hatte Ulm bereits die Chance auf die Play-offs verspielt und war vorzeitig ausgeschieden. In Norditalien lieferte das Team gegen Dolomiti Energia Trento eine passable Vorstellung ab, kassierte jedoch mit 68:76 die nächste Niederlage. Bester Werfer der Ulmer war Meissa Faye mit 16 Punkten.
Für Alba Berlin geht der Weg in der Champions League nun weiter – wenn auch mit holprigem Start, so doch mit dem wichtigen Ziel erreicht. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie auch in schwierigen Phasen die nötige Mentalität und Teamstärke aufbringen kann, um entscheidende Siege einzufahren.



