Alba Berlin hat sich die deutsche Basketball-Meisterschaft 2025/26 gesichert. In einem dramatischen fünften Finale besiegte der klare Außenseiter den FC Bayern München mit 84:81 (47:27). Damit gewann zum ersten Mal in der Geschichte der Easycredit BBL das Auswärtsteam das entscheidende fünfte Spiel in einer Final-Serie. Besonders bemerkenswert: Alba drehte einen 20-Punkte-Rückstand zur Halbzeit noch in einen Sieg.
Jubel und Tränen bei Alba Berlin
Nach der Schluss-Sirene brachen die Berliner Spieler in Jubel aus, lagen übereinander und feierten ihren zwölften Meistertitel ausgelassen mit den 800 mitgereisten Fans. Alba-Kapitän Jonas Mattisseck zeigte sich emotional: „Das ist super schwer in Worte zu fassen. Mit fünf Minuten Rest, als es unentschieden stand, habe ich auf der Bank gesagt, dass es alle meine künftigen Teammates sehr schwer haben werden, weil sie sich an dem messen müssen, was ich dieses Jahr erlebt habe. Man verliert im Sport so, so oft. Manchmal hat man das Quäntchen Glück und gewinnt. Das muss man einfach genießen.“
Schock beim FC Bayern München
Beim Liga-Krösus mit einem Etat von 48 Millionen Euro herrschte dagegen Schockzustand. Nach zwei Meisterschaften endete eine verkorkste Saison ohne Titel, vor den Augen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß (74) und Fußball-Legende Lothar Matthäus (65). Trainer-Legende Svetislav Pešić (76) beendete seine große Karriere mit einer Enttäuschung. Der Serbe trat nach über 40 Jahren als Coach ab, ohne die ultimative Krönung.
Die Wende im Finale
Die ersten vier Spiele der Serie waren knapp verlaufen. Im fünften Spiel legte Alba zunächst einen besseren Start hin, doch dann drehten die Münchner die Partie: Isiaha Mike, Oscar da Silva und Andreas Obst sorgten für eine beruhigende 20-Punkte-Führung zur Halbzeit. Doch wie in Spiel vier folgte nach der Pause die bayrische Kernschmelze. Innerhalb weniger Minuten verloren die Münchner die Kontrolle über das Spiel. Nationalspieler Oscar da Silva sagte niedergeschlagen: „Eine unglaublich enttäuschende zweite Halbzeit von unserer Seite. Ich weiß nicht, ob wir mental schon einen Schritt zu weit waren. Wir haben ihnen genau ihre Stärken zugelassen.“
Dreier-Serie entscheidet das Spiel
Drei Dreier von Malte Delow und Jonas Mattisseck drehten das Spiel komplett. Plötzlich führte Alba mit 67:66 (33. Minute). Der Stadionsprecher rief fast flehend: „Wo sind die Fans vom FC Bayern Basketball?“ Jack Kayil störte das nicht und erhöhte auf 75:70 (37. Minute). In der Crunchtime ging Alba mit einem Zähler Vorsprung (77:76) in die letzten zwei Minuten. Bean und Kayil erhöhten auf 80:76. Noch 77 Sekunden. Ein Timeout von Pešić brachte nichts. Hermannsson erhöhte auf 82:76. Als Kayil beide Freiwürfe zum 84:79 traf, war die Sensation nah. Die Alba-Profis weinten vor Freude. Justin Bean wurde als MVP der Final-Serie ausgezeichnet, dann reckte Kapitän Jonas Mattisseck im Goldflitter den Pokal in die Höhe.
Beste Spieler des Finales
Beste Werfer waren Andreas Obst (Bayern) mit 24 Punkten sowie Jonas Mattisseck und Justin Bean (Berlin) mit je 18 Punkten.



