FC Bayern Basketball-Star im exklusiven Interview: Pokalambitionen und persönliche Einblicke
Die Basketballer des FC Bayern München haben ein klares Ziel vor Augen: In diesem Jahr wollen sie den deutschen Pokal gewinnen. Das macht Nationalspieler Oscar da Silva im ausführlichen SPORT1-Interview unmissverständlich deutlich. Der Europameister gewährt dabei nicht nur Einblicke in die sportlichen Ambitionen seines Teams, sondern spricht auch über prägende EM-Momente und die besondere Beziehung zu seinem Bruder Tristan.
Top-Four als erste große Herausforderung des Jahres
Mit dem Top-Four um den deutschen Pokal steht am Wochenende das erste große Basketball-Highlight des Jahres an. Als großer Favorit geht der Gastgeber FC Bayern München Basketball in das Turnier, das in der heimischen Halle ausgetragen wird. Oscar da Silva betont die hohe Erwartungshaltung, die vor allem vor heimischer Kulisse spürbar sei. „Es wird ein hartes Turnier auf hohem Niveau“, erklärt der Starspieler und fügt hinzu: „Alle vier Mannschaften spielen sehr guten Basketball, besonders im Pokal haben sie ein hohes Niveau bewiesen.“
Nach dem bitteren Aus im Vorjahr gegen den Underdog MBC hat Präsident Herbert Heiner klare Worte gefunden: So etwas dürfe nicht noch einmal passieren. Da Silva räumt ein, dass dieser Druck durchaus spürbar sei: „Vor allem vor heimischer Kulisse ist die Erwartungshaltung dementsprechend hoch. Druck ist da, aber ich glaube, ohne Druck geht man in so ein Wochenende als großer Verein selten rein.“
Lektionen aus der Vergangenheit und defensive Stärke
Aus der Niederlage des Vorjahres hat das Team wichtige Lehren gezogen. Da Silva mahnt zur Vorsicht: „Es ist wichtig, keinen der Gegner hier zu unterschätzen. Das ist die größte Lektion, die wir vom letzten Jahr gelernt haben.“ Seit der Übernahme von Trainer Svetislav Pesic habe sich die Mannschaft insbesondere defensiv deutlich verbessert. „Wir haben mehr Disziplin auf dem Feld“, analysiert da Silva. „Das Augenmerk lag wirklich auf der Disziplin und auf der Ausführung unserer Konzepte.“
Diese Entwicklung spiegelt sich auch im gestiegenen Selbstvertrauen des Teams wider. Da Silva erklärt: „Wir hatten Probleme damit, in den Spielfluss zu kommen und haben uns zu oft im Spiel verloren. Diese Homogenisierung von allem miteinander, auch einfach mehr Synergien zu schaffen, hat uns sehr gutgetan.“
Die Zukunft von Andi Obst und besondere EM-Erinnerungen
Ein Spieler, der unter Pesic besonders aufgeblüht ist, ist Andi Obst. Da Silva lobt seinen Teamkollegen: „Er ist in unglaublicher Form. Zuletzt ist der Korb für ihn fast in jedem Spiel so groß wie ein Scheunentor.“ Da Obsts Vertrag im Sommer ausläuft, wird er zu den begehrtesten Spielern auf dem Markt gehören. Da Silva zeigt Verständnis für mögliche Wechselgedanken: „Andi hat für den Verein Großes geleistet in der Vergangenheit. Ich hoffe einfach, dass er nächstes Jahr in eine Situation kommt, die gut zu ihm passt.“
Besondere Erinnerungen hat da Silva noch immer an den EM-Sommer, der den deutschen Basketball nachhaltig geprägt hat. Der Europameister denkt regelmäßig zurück an diese besondere Zeit: „Es sind einfach so viele schöne Momente, die man da in diesem Sommer erlebt hat.“ Besonders das Finale und das erste Trainingslager in Malaga seien ihm im Gedächtnis geblieben.
Die besondere Bruderbeziehung zu Tristan da Silva
Noch surrealer erscheint dem Bayern-Star die Tatsache, dass er den Europameistertitel gemeinsam mit seinem Bruder Tristan gewonnen hat. Da Silva beschreibt diese Erfahrung als verwirklichten Kindheitstraum: „Das war wie ein Kindheitstraum, den man früher mal vorm Fernseher sitzend ausgeheckt hat. Und dann ist man da auf einmal wirklich in Riga miteinander auf dem Feld und spielt um die Goldmedaille.“
Trotz der räumlichen Trennung – Oscar in München, Tristan in Orlando – bleiben die Brüder im regelmäßigen Austausch. „Wir sind im Austausch, so viel wie es geht“, verrät da Silva. „Ich würde ihn diesen Sommer auch gerne mal in Amerika und in Orlando besuchen. Da sind wir gerade dabei, den Trip zu planen.“
Pokal als Leuchtturm-Event für deutschen Basketball
Das Top-Four in München sieht da Silva als wichtiges Event für den deutschen Basketball. Er kann den Ärger mancher Fans über den nicht-neutralen Austragungsort durchaus nachvollziehen: „Der Punkt der Neutralität ist vollkommen nachvollziehbar.“ Dennoch betont er die positiven Aspekte: „Ich finde es super, dass das Bayern-Office das so schnell hinbekommen hat.“
Nach dem EM-Hype beobachtet da Silva eine gewisse Normalisierung des Interesses, hofft aber auf nachhaltige Effekte: „Ob jetzt diesen Sommer eine Million kleine Jungs und Mädels den Basketball in die Hand genommen haben, kann ich schwer einschätzen. Aber wenn es so war, wird es ganz bestimmt auch nachhaltig einen positiven Effekt für den Basketball in Deutschland haben.“
Abschließend bleibt da Silva bei seinem klaren Ziel: „Das Ziel ist ganz klar: Den Pokal zu gewinnen. Ich möchte mit Energie spielen, in der Verteidigung vor allem solide sein und mich einfach im Spiel verlieren.“ Damit würde er seinem Team genau das geben, was es für den ersehnten Pokalsieg benötigt.



