Olympiasiegerin Julia Krajewski (37) hat in Luhmühlen ihre fünfte Deutsche Meisterschaft im Vielseitigkeitsreiten gewonnen. Mit ihrem Paradepferd Nickel (12) dominierte sie die als nationale Titelkämpfe ausgetragene CCI4*-Prüfung souverän und setzte sich in Dressur, Geländeritt und Springen an die Spitze. Damit untermauerte die erste Frau, die 2021 in Tokio olympisches Einzelgold holte, ihre starke Form für die Heim-Weltmeisterschaft in Aachen (11. bis 23. August).
Krajewski siegt trotz Verletzung
Die Titelverteidigerin trat in Luhmühlen mit angeknacksten Rippen an – ein Umstand, der ihre Leistung jedoch nicht schmälerte. Mit Zweitpferd Tullabeg Platinum (12) sicherte sie sich zudem Platz zwei. „Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Pferde“, sagte Krajewski. „Nickel liebt Luhmühlen einfach. Er kommt hierher und weiß, worauf es ankommt.“ Nach dem letzten Sprung zeigte sie sich emotional: Sie machte das Lasso und gab Nickel einen Kuss. Ex-Bundestrainer Hans Melzer (75) scherzte im NDR: „Ich glaube, wenn Nickel sprechen könnte, würde er sagen: Julia, willst du mich heiraten?“
Konkurrenz und WM-Ausblick
Krajewski zog mit ihrem fünften nationalen Titel an Rekordmeister Michael Jung (43) vorbei, der in Luhmühlen fehlte – er startete stattdessen mit der Springreit-Equipe beim Nationenpreis in Rotterdam. Vizemeisterin wurde Malin Hansen-Hotopp (48) mit Carlitos Quidditch (14), die damit ihre erste DM-Medaille überhaupt gewann. Auch sie ritt mit angebrochenen Rippen. Luhmühlen war der vorletzte große Test vor der Heim-WM. Am Montag stellt der Vielseitigkeits-Ausschuss die erste „Long List“ potenzieller Starter auf. Die endgültige Auswahl der fünf Paare für die WM erfolgt nach dem Nationenpreis in Avenches/Schweiz (16. bis 19. Juli). TV-Expertin Bettina Hoy (63), Mannschaftsweltmeisterin von 2006, legte sich bereits fest: „Julia Krajewski gehört ohne Frage zum Team.“
CCI5*-Prüfung: Britischer Doppelsieg
In der parallel ausgetragenen CCI5*-Prüfung feierten die Briten einen Doppelsieg. Caroline Harris (36) gewann mit Wallach D.Day (12) souverän und kassierte 50.000 Euro Prämie für ihren zweiten Fünf-Sterne-Sieg. Emily King (30) wurde mit Valmy Biats (17) Zweite – der größte Erfolg ihrer Karriere. Dritter wurde der US-Amerikaner Boyd Martin (46) auf Shanroe Cooley (11), einem Pferd mit tragischer Vergangenheit: Vor zwei Jahren war seine Kollegin Elisabeth Halliday (47) mit dem Wallach schwer gestürzt und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma; sie musste danach sogar wieder sprechen lernen.
Lokalmatadorin Meyer glücklich auf Platz sieben
Die einzige deutsche Starterin im CCI5*, Katharina Meyer (41), beendete ihre erste Fünf-Sterne-Prüfung mit dem selbst gezogenen Aspen T (16) auf Platz sieben. Überwältigt von ihrem Erfolg sagte sie: „Mit dem Glücksschwein meiner Kinder in der Tasche, habe ich Aspen vor dem Aufsteigen über die Nase gestreichelt und gesagt: Komm, wir machen das.“



