Empörung auf Social Media: Die US-Regierung hat das erfolgreiche Damen-Tennis-Team der University of Georgia ins Weiße Haus eingeladen, um ihren Sieg in der nationalen College-Meisterschaft zu feiern. Im Mittelpunkt standen bei dem Termin jedoch andere Personen. Am Dienstag wurden die Georgia Bulldogs empfangen, doch auf dem offiziellen Foto mit Präsident Donald Trump waren die Sportlerinnen kaum zu sehen: Sechs Männer in Anzügen stehen im Vordergrund, die Frauen drängen sich dahinter auf einem kleinen Podest.
Kritik an der Bildkomposition
Eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses postete das Foto auf X und schrieb: „Herzlichen Glückwunsch, Damen-Tennis-Team der University of Georgia.“ Im Netz hagelte es daraufhin Kritik. Ein Nutzer kommentierte: „Der offizielle X-Account des Weißen Hauses feiert ein weibliches College-Sportteam, indem er sie direkt hinter sechs lächelnden Männern platziert. Na, vielen Dank, Herr Präsident.“ Eine andere Nutzerin schrieb: „Wenn man die Augen zusammenkneift, kann man die Frauen tatsächlich erkennen.“ Mehrere kommentierten bearbeitete Bilder, auf denen die Männer wegretuschiert wurden oder die Frauen im Vordergrund stehen, mit dem Hinweis: „Habs für euch verbessert.“
Wer ist auf dem Foto zu sehen?
Auf der rechten Seite des Fotos ist der Trainerstab der Mannschaft zu sehen, darunter Bernstein, der stellvertretende Cheftrainer Jarryd Chaplin und Co-Trainer Will Reynolds. Auf der linken Seite stehen der Sportdirektor der University of Georgia, Josh Brooks, und der Geschäftsführer des Georgia Bulldog Clubs, Ford Williams, zusammen mit Präsident Trump in der Mitte. Dahinter sind die elf Sportlerinnen des Frauenteams der „Georgia Bulldogs“ zu sehen. In einem Video ist zu sehen, wie Trump den Raum betritt und die Runde begrüßt. Nur den Männern schüttelt er die Hand, geht auf die Gruppe zu und plaudert ein wenig. Auch hierfür gab es kritische Kommentare.
Reaktion des Teams
Das Team selbst hat sich zu dem Bild nicht geäußert. Gegenüber dem US-Portal „USA Today“ erklärte der Sportverband der University of Georgia: „An diesem Tag wurden zahlreiche nationale Meister aus dem ganzen Land geehrt. Wir fühlen uns geehrt, dass unsere Damenmannschaft ausgewählt wurde, und sind nach wie vor stolz auf ihren herausragenden Erfolg.“
Nicht der erste Eklat
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Besuch von Sportlern im Weißen Haus für Furore sorgt. Trump hatte das Herren-Eishockeyteam nach deren Olympiasieg in der Kabine angerufen und zu einem Besuch eingeladen. Dann ließ der Präsident einen misogynen Spruch ab: Es würde ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn geben, wenn er die Frauenmannschaft nicht auch einladen würde. Das Herrenteam solidarisierte sich nicht, die Nationalmannschaft der Frauen, die die Goldmedaille gewonnen hatte, lehnte die Einladung zum Besuch im Weißen Haus ab.



