Historischer Moment im Speedcubing: Neunjähriger knackt 3-Sekunden-Schallmauer
In der Welt der Zauberwürfel hat sich ein Ereignis von historischer Bedeutung ereignet. Der neunjährige Teodor Zajder aus Polen hat bei einem offiziellen Wettkampf in Danzig den legendären 3x3-Rubik's Cube in nur 2,76 Sekunden gelöst und damit erstmals die magische 3-Sekunden-Barriere durchbrochen. Dieser Weltrekord markiert einen Meilenstein, den Experten noch vor wenigen Jahren für nahezu unmöglich hielten.
Die unglaubliche Leistung im Detail
Der vorherige Weltrekord lag bei 3,05 Sekunden, aufgestellt vom chinesischen Speedcuber Xuanyi Geng. Teodor Zajder unterbot diese Marke um fast drei Zehntelsekunden – eine gewaltige Verbesserung in einer Disziplin, wo jede Hundertstelsekunde zählt. Die World Cube Association hat den neuen Rekord bereits offiziell anerkannt und dokumentiert.
Was diese Leistung so außergewöhnlich macht: Der neunjährige Pole benötigte für seine Lösung lediglich 29 Züge und erreichte dabei eine beeindruckende Geschwindigkeit von 10,5 Drehungen pro Sekunde. In der Fachwelt gilt die Kombination aus kurzer Lösungssequenz und hoher Drehgeschwindigkeit als besonders schwierig zu realisieren.
Warum die 3-Sekunden-Grenze als unüberwindbar galt
Bereits 2019 hatte das Magazin „Wired“ in einem vielbeachteten Video erklärt, warum das Unterbieten der 3-Sekunden-Marke als nahezu unmöglich eingeschätzt wurde. Die Herausforderung besteht darin, bei einem zufällig verdrehten Würfel schnell eine möglichst kurze Lösung zu erkennen und diese mit pausenlosen Hochgeschwindigkeitsdrehungen umzusetzen.
Das grundlegende Problem: Obwohl jeder der etwa 43 Trillionen möglichen Verdrehungen theoretisch in maximal 20 Zügen lösbar ist – eine Zahl, die in Fachkreisen als „Gotteszahl“ bekannt ist –, ist diese optimale Lösung in der kurzen Zeit extrem schwer zu erkennen. Zudem sind solche Minimal-Lösungen oft nicht ergonomisch für schnelle Fingerbewegungen optimiert. Professionelle Speedcuber benötigen daher typischerweise etwa 50 Züge pro Lösung.
Die Annäherung an die historische Marke
In den vergangenen Monaten hatte sich bereits angedeutet, dass die 3-Sekunden-Grenze bald fallen könnte. Weltmeister wie Max Park aus den USA (3,13 Sekunden), Yiheng Wang aus China (3,08 Sekunden) und Vizeweltmeister Xuanyi Geng (3,05 Sekunden) hatten sich schrittweise der magischen Marke genähert. Interessanterweise waren auch Wang und Geng mit elf bzw. sieben Jahren besonders jung, als sie ihre Bestmarken aufstellten.
Teodor Zajders außergewöhnliche Karriere
Für den neunjährigen Polen ist dies bereits der zweite Weltrekord. Bereits mit sieben Jahren setzte er im kleineren 2x2-Würfel eine neue Bestmarke und krönte sich 2024 in derselben Disziplin zum Europameister. Im 3x3-Würfel hatte Zajder erst vor wenigen Wochen mit 4,09 Sekunden seine persönliche Bestzeit aufgestellt – der Sprung auf 2,76 Sekunden stellt somit eine außergewöhnlich große Verbesserung dar.
Die Speedcubing-Szene feiert diesen historischen Moment, der nicht nur einen neuen Weltrekord markiert, sondern auch zeigt, dass scheinbar unüberwindbare Grenzen mit Talent, Training und einer Portion Glück doch durchbrochen werden können. Teodor Zajders Leistung wird sicherlich als Inspiration für eine neue Generation von Speedcubern dienen.



