Rosi Mentz war sich gar nicht sicher, ob bei dem sommerlichen Wetter viele zum Güstrower Heidberglauf am 1. Mai kommen. Aber da lag die Schatzmeisterin des Laufsportvereins (LSV) Güstrow, der diesen traditionellen Volkslauf organisiert, falsch. Gott sei Dank für die Organisatoren, die sich mit Essen und Trinken zu moderaten Preisen und Urkunden für jeden Teilnehmer wieder bestens vorbereitet hatten, um das Laufvolk zu empfangen.
80 Läufer waren dabei
80 Laufbegeisterte schrieben sich bei Sabine Siegmund und Monika Johnen ein. „Das ist doch ein tolles Ergebnis“, resümierte der LSV-Vorsitzende Günter Wolff, der die Läuferschar an der Mühl-Rosiner Schule auf die Strecken schickte. Im Angebot waren wie immer zwei Kilometer sowie die Heidberglauf-Runde von genau 5300 Metern, die ein- oder zweimal absolviert werden konnte.
Die Zeit spielt weniger eine Rolle
Bekannt ist der Lauf dafür, dass es vor allem um den Lauf-Spaß geht und Zeiten weniger eine Rolle spielen. Trotzdem läuft am Start und Ziel eine Uhr, denn jeder möchte letztlich doch wissen, wie schnell er gelaufen ist. Auf der Zwei-Kilometer-Strecke fochten sich die Brüder Pentzek wieder einmal einen Strauß aus. Mit 7:08 Minuten hatte dieses Mal der 13-jährige Jonas vor seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Levi die Nase vorn. Beide sind seit Jahren beim LAC Mühl Rosin erfolgreiche Leichtathleten, mittlerweile auf den 800-Meter-Lauf spezialisiert.
Der Heidberglauf war für sie eine Trainingseinheit. Besonders für Jonas, der am Wochenende beim Nachwuchs-Laufcup MV in der U16 startet. Levi dagegen ist in seiner zweiten Parade-Sportart unterwegs. Im dänischen Herning hat er am Wochenende ein Speedwayrennen. Dort fährt er in der 190-Kubikzentimeter-Klasse, die der schwedische Ex-Weltmeister Tony Rickardsson aus der Taufe gehoben hat.
Sie wird seit vergangenem Jahr als SGP4-Weltmeisterschaft ausgefahren. Der MC Güstrow, für den Levi Pentzek ans Band rollt, wird ihn anmelden, damit er am 11. Juli in Malilla (Schweden) starten kann. Als Dritter der deutschen Meisterschaft in der 85-Kubikzentimeter-Klasse bringt er die Voraussetzungen mit. Die Familie hat die Maschine für die neue Klasse für Levi aufbauen lassen. Die Pentzek-Brüder gehörten zu einem großen LAC-Läufer-Pulk. Übungsleiterin Marion Ebert notierte sich alle Plätze und Zeiten. Mit Eltern und Großeltern war der LAC mit 27 Mitgliedern beim Heidberglauf.
Familie Dedering: Tradition seit 30 Jahren
Ungezählt sind die Auftritte der Familie Dedering bei diesem Traditionslauf. Dieses Mal starteten Birger Dedering mit seinen Kindern Matthis (14) und Ronja (15). Vater Birger blickt auf rund 30 Jahre Heidberglauf zurück. Der Lauf am 1. Mai war Teil seiner Vorbereitung auf den Rennsteiglauf am 9. Mai, wo er einen Halbmarathon bestreitet, zusammen mit seinen Laufkollegen Lutz Pannwitt, Jörg Raddatz und Ralf Maibaum.
Tochter Ronja hat das Gen des Vaters besonders in den Adern. Sie will, wenn sie nächstes Jahr 16 Jahre wird, ihren ersten Halbmarathon laufen. Birgers Vater und Ronjas Opa, Folke Dedering, machte die Familie komplett. Mit 80 Jahren, die er gerade gefeiert hat, schaffte er tapfer die fünf Kilometer, um danach am Nachmittag aufs Fahrrad zu einer Tour umzusteigen.
Die Sieger der Hauptstrecken
Über die fünf Kilometer lief Max Werner als Erster ins Ziel. Mit 23:58 Minuten war der Güstrower, der bei vielen Volksläufen dabei ist, zufrieden. Den langen Kanten von zehn Kilometern gewann Nils Wirtmacher in 47:35 Minuten. Der Zehnaer, der seit vier Jahren in MV lebt, schrieb sich zum ersten Mal in die Starterliste ein und räumte gleich den Sieg vor Christoph Haack ab. Der 44-jährige Güstrower nimmt gern an Ausdauerläufen teil, besonders auch am Heidberglauf.
Preise für die Jüngsten
LSV-Vorsitzender Günter Wolff freute sich, dass so viele Kinder und Jugendliche mitliefen. Mit einem Preis des Wildparks überraschte er Joris (10) und Henrik Runte (6) vom LAC Mühl Rosin sowie Moritz Lüdecke (8) von der LSG Lüssow.



