Eisschwimmerin Ines Hahn: Silber bei EM und tägliches Training in der Eis-Tonne
Eisschwimmerin Ines Hahn: EM-Silber und Eis-Tonne-Training

Eisschwimmerin Ines Hahn holt EM-Silber und trainiert täglich in Eis-Tonne

Ines Hahn (34) ist Berlins einzige Eisschwimmerin und hat bei der Europameisterschaft im Eisschwimmen in Molveno, Italien, gleich zwei Silbermedaillen errungen. Die Führungskraft einer Energieberatungsfirma gewann über 200 Meter Lagen und 500 Meter Freistil im eiskalten Wasser von nur 1,4 Grad Celsius.

Unterschied zwischen Eisschwimmen und Eisbaden

„Eisschwimmen ist nicht Eisbaden“, erklärt Ines Hahn den entscheidenden Unterschied. „Beim Eisbaden geht man maximal bis zu den Schultern ins kalte Wasser und verharrt dort kurze Zeit. Beim Schwimmen taucht man auch mit dem Kopf unter und schwimmt auf Zeit.“ Für Wettbewerbe muss die Wassertemperatur laut Regeln unter 5 Grad liegen, was extreme Bedingungen schafft.

Tägliches Training auf dem Balkon in Charlottenburg

Um sich auf solche Herausforderungen vorzubereiten, steigt die Sportlerin täglich in eine Eis-Tonne auf ihrem Balkon im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Bevor das Training beginnen kann, muss sie oft erst das Eis auf der Wasseroberfläche mit einem Hammer zerschlagen. Sieben bis zehn Minuten hält sie es in dem eiskalten Wasser aus, was ihre außergewöhnliche Disziplin unter Beweis stellt.

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Weltrekord und nationale Anerkennung

Ines Hahn, die vor einem halben Jahr von München nach Berlin zog, hält seit 2018 den Weltrekord über die berüchtigte Eismeile von 1,609 Kilometern, die sie in 21 Minuten und 33 Sekunden bewältigte. Ihr Training beim BSC Berlin hat sich gelohnt: Sie stellte kürzlich einen neuen Weltrekord in ihrer Altersklasse auf. Erst vor Kurzem hat der Deutsche Schwimm-Verband das Eisschwimmen offiziell anerkannt, was der Sportart mehr Aufmerksamkeit verschafft.

Die psychische und physische Herausforderung

„In Molveno habe ich deutlich gespürt, welchen Unterschied es macht, wenn das Wasser statt 2,4 Grad nur noch 1,4 Grad hat“, berichtet Hahn. Trotz regelmäßigen Trainings bleibt die Kälte eine immense Herausforderung. „Es ist 100 Prozent Kopfsache und tut jedes Mal weh. Wenn ich aus dem Wasser steige, schlottere ich am ganzen Körper und brauche erst einmal einen heißen Tee.“

Zukunftsperspektiven und nächste Ziele

Die ambitionierte Athletin blickt bereits in die Zukunft: Im nächsten Jahr plant sie die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Oradea, Rumänien. Mit ihrer beeindruckenden Leistung und ihrem täglichen Training in der Eis-Tonne setzt Ines Hahn ein starkes Zeichen für Ausdauer und Leidenschaft im Extremsport.

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