Triathlon-Talent Johannes Bertram verfolgt Olympia-Traum in Neubrandenburg
Johannes Bertram: Triathlon-Talent in Neubrandenburg

Triathlon-Talent Johannes Bertram verfolgt Olympia-Traum in Neubrandenburg

Mit nur 15 Jahren hat Johannes Bertram einen mutigen Schritt gewagt: Er verließ sein Zuhause in Hannoversch Münden in Niedersachsen, um in Neubrandenburg seinen großen Traum vom professionellen Triathlon zu verwirklichen. Der blonde Nachwuchssportler vom SC Neubrandenburg wirkt dabei erstaunlich ruhig und konzentriert, wenn er über seine ambitionierten Ziele spricht.

Vom Zufall zum ernsthaften Ehrgeiz

Geboren in Hannoversch Münden und aufgewachsen im Stadtteil Hermannshagen, kam Johannes Bertram eher zufällig zum Triathlon. „Meine Eltern sind in den Triathlon-Hype reingerutscht, weil sie zufällig mal bei einem mitgemacht und dann nicht mehr aufgehört haben. Da haben sie mich angesteckt – und ich war sofort Feuer und Flamme“, erzählt der Zehntklässler des Sportgymnasiums. Sportlich war er ohnehin vorgeprägt: Zwei Jahre lang schwamm er im Verein, sein Vater ist von Hause aus Wasserballer, und Ausdauerläufe sowie Mountainbike-Touren gehörten schon früh zu seinem Alltag.

Seinen ersten Wettkampf bestritt Johannes 2020 am Fümmelsee bei Wolfenbüttel – ein Jugend-Triathlon mit Teilnehmern aus ganz Niedersachsen, bei dem er gleich den dritten Platz belegte. „Das hat so viel Spaß gemacht“, erinnert er sich begeistert. Kurz darauf wurde er gemeinsam mit seinen Eltern Mitglied im ASC Tri Team Göttingen, und sein Aufstieg begann rasant. Bald folgte die Anfrage vom Triathlon-Stützpunkt am Olympiastützpunkt Hannover, was wöchentliche Fahrten von über vier Stunden von Hermannshagen nach Hannoven bedeutete.

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Rückschläge und neue Perspektiven

Doch der wachsende Ehrgeiz forderte seinen Preis. Das erhöhte Trainingspensum und mehr Wettkämpfe führten zu einem herben Rückschlag: Wachstum und Überbelastung machten vor allem das Laufen unmöglich. Schienbeinprobleme zwangen ihn zu einer ungewollten Pause. „Ich wollte 2024 durchstarten – und dann die Zwangspause“, berichtet Bertram. Während das Laufen gar nicht möglich war, blieb zumindest das Schwimmen erhalten, doch sein Ziel war klar: „Ich wollte Triathlon, nicht nur schwimmen.“

Im Herbst 2024 folgte der nächste Kadertest, bei dem Johannes wieder fit war und den Sprung in den Landeskader Niedersachsen für 2025 schaffte. Erstmals startete er bei DTU-Cups in der Jugend B und belegte in Forst einen neunten Platz. Doch der Wunsch nach professionelleren Trainingsbedingungen wuchs stetig, und hier kam Mecklenburg-Vorpommern ins Spiel.

Der Wechsel nach Neubrandenburg

Am Olympiastützpunkt Hannoven hätte Johannes Bertram erst ab Klasse 11 aufgenommen werden können – und nur als Bundeskaderathlet. „Für mich bestand somit nicht die Möglichkeit, kurzfristig etwas zu ändern“, erklärt er die Situation. Über die guten Kontakte der Landestrainer entstand schließlich der Draht nach Neubrandenburg. Im März 2025 absolvierte er eine Schnupperwoche in der Vier-Tore-Stadt und war sofort begeistert: „Eine ganz neue Welt – tagtäglich Training in der Gruppe, dazu viel Unterstützung von der Schule.“

Für ihn stand schnell fest: Dort wollte er bleiben. Seine Eltern brauchten zwar etwas Zeit, unterstützten ihn aber wie immer. Seit Sommer 2025 lebt der 15-Jährige nun im Internat in Neubrandenburg. Die Umstellung fiel ihm leicht: „Keine große“, sagt er, und schulisch habe er sogar leicht zugelegt. Natürlich gibt es Entbehrungen – nur etwa alle vier Wochen fährt er nach Hause, doch seine Eltern kommen regelmäßig zu Besuch: „Wir haben einen guten Weg gefunden, die Entfernung zu überbrücken. Wir telefonieren viel.“

Professionelle Bedingungen und klare Ziele

Sportlich profitiert Johannes Bertram vor allem von den Trainingspartnern in Neubrandenburg: „Das ist ein großer Gewinn. Vorher habe ich sehr viel allein trainiert.“ Seine Stärken sieht er in Motivation und Ehrgeiz: „Der Spaß am Triathlon treibt mich an.“ Gleichzeitig ist er sich seiner Schwäche bewusst: „Manchmal erwarte ich zu viel von mir und mache mir zu sehr einen Kopf.“

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Große Hobbys bleiben da kaum Raum. Schule und Sport bestimmen seinen Alltag, früher spielte er einmal Klavier. Seine Nahziele sind klar formuliert: In der Jugend A als jüngerer Jahrgang Fuß fassen und vielleicht den Sprung in den Bundeskader schaffen. Dies traut ihm auch sein Vereins- und Landestrainer Jan Müller zu: „Was ihn auszeichnet, er hat einen enormen Willen. Und wenn man bedenkt, wo er vergangenes Jahr stand - ohne Trainingsgruppe und noch nicht so viel Pensum, können wir, glaube ich, noch einiges von ihm erwarten.“

Der große Olympia-Traum

Das ultimative Ziel bleibt jedoch Olympia. „Olympia wäre natürlich ein Traum“, sagt Johannes Bertram, der seit 2018 der erste SCN-Triathlet im Internat ist. Er weiß, dass nur wenige diesen Weg bis ganz nach oben schaffen. Aber wer mit 15 Jahren seine Heimat verlässt, um alles auf eine Karte zu setzen, der meint es ernst. Mit seiner Entschlossenheit und den professionellen Bedingungen in Neubrandenburg hat er beste Voraussetzungen, seinen Traum Schritt für Schritt zu verwirklichen.