Wie Kinder lernen, mit Niederlagen umzugehen
Viele Kinder reagieren emotional auf Niederlagen im Sport. Sie werfen Schläger oder verlassen weinend den Platz. Eine Sportpädagogin erklärt, wie Eltern diese Situationen nutzen können, um ihren Kindern einen gesunden Umgang mit Wettbewerb beizubringen.
Das klassische Beispiel: Tischtennis mit dem Vater
Ein sechsjähriger Junge spielt gegen seinen Vater Tischtennis. Der Vater gewinnt mit einem Schmetterball, ballt die Siegerfaust. Der Sohn wirft wütend den Schläger und ruft: „Das ist unfair!“ Die Sportpädagogin empfiehlt: Der Vater sollte dem Kind recht geben, denn das Match war unfair aufgrund der unterschiedlichen Erfahrung und Kraft. Er sollte dem Sohn sagen, dass er sich großartig geschlagen hat und dass Verlieren gegen einen stärkeren Gegner kein Beinbruch ist. Der Junge hat viel erreicht, indem er lange durchgehalten hat.
Was passiert in der Gefühlswelt von Kindern?
Die Interpretation der Niederlage ist entscheidend. Wenn das Kind glaubt, immer der Schwächere zu sein, leidet das Selbstbewusstsein. Nimmt es den Wettbewerbsgedanken an, kann Motivation entstehen: Es will besser werden und trainiert mehr. Wichtig ist, dass das Kind nicht ausschließlich Niederlagen erfährt, sonst wendet es sich von Wettbewerben ab.
Ab welchem Alter entwickeln Kinder ein Gefühl für Sieg und Niederlage?
Der Wettbewerbsgedanke ist früh angelegt. Schon Kleinkinder wollen schnell laufen und sind traurig, wenn sie nicht fangen. Eltern müssen diese Erfahrungen von Anfang an begleiten. So lernen Kinder, mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen.
Eltern sollten ihre Kinder ermutigen, aus Niederlagen zu lernen, ohne sie als Verlierer abzustempeln. Lob für Anstrengung und Fortschritt hilft mehr als Fokus auf das Ergebnis. So entwickeln Kinder ein gesundes Selbstvertrauen und Freude am Sport.



