Schachzwillinge aus Neubrandenburg: Harry Potter brachte sie zum Sport und nun in den Deutschen Pokal
Schachzwillinge: Von Harry Potter zum Deutschen Pokal

Schachzwillinge aus Neubrandenburg: Von Harry Potter zum Deutschen Pokal

Die eineiigen Zwillinge Peter und Erik Stöwesand aus Neubrandenburg haben eine besondere Erfolgsgeschichte im Schachsport vorzuweisen. Was mit dem Zaubereischach aus dem ersten Harry-Potter-Film begann, entwickelte sich zu einer lebenslangen Leidenschaft, die sie nun erstmals in den Deutschen Pokal führt.

Magischer Beginn und schneller Aufstieg

„Mit dem Zaubereischach im ersten Harry-Potter-Teil fing es an“, erinnert sich Peter Stöwesand. Dieser magische Einstieg legte den Grundstein für eine bemerkenswerte Schachkarriere. Zunächst spielten die Brüder gegen ihren Vater und Großvater, doch schon im Kindesalter waren diese keine ernsthafte Konkurrenz mehr für die talentierten Zwillinge.

Ab der zweiten Klasse traten sie dem Verein der Schachgruppe Eintracht Neubrandenburg bei. „Jetzt sind wir schon seit über 20 Jahren dabei“, berichtet Peter Stöwesand stolz. Die heute 30-Jährigen zählen nicht nur zu den besten Spielern der Männermannschaft, sondern engagieren sich auch als erfolgreiche Jugendtrainer, die den Nachwuchs ausbilden.

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Premiere im Deutschen Pokal

In diesem Jahr erreichen Peter und Erik Stöwesand mit ihrer Mannschaft eine historische Premiere: Die SG Eintracht Neubrandenburg zieht erstmals ins Achtelfinale des Deutschen Pokals ein, das am 7. und 8. März stattfindet. „Es ist für den Verein das erste Mal im Deutschen Pokal“, betont Peter Stöwesand.

Obwohl sie sich als Außenseiter sehen, sind die Zwillinge motiviert: „Wir wollen Punkte holen“, erklärt Peter Stöwesand. Der Reiz des Sports liegt für sie sowohl im Spaßfaktor als auch in den taktischen Herausforderungen. „Es ist ein total tolles Spiel. Am Anfang muss man viel lernen, besonders die Regeln und was möglich ist“, beschreibt er. Mit der Zeit entwickele sich das Spiel zu einem strategischen Rätsel, bei dem es darum gehe, die besten Züge zu finden und Lösungen zu erarbeiten.

Vielfältige Interessen neben dem Schachbrett

Neben ihrer gemeinsamen Leidenschaft für Schach führen die Zwillinge eigenständige Leben. „Im Regelfall machen wir alles außer Schach und Volleyball getrennt“, erklärt Erik Stöwesand. Peter arbeitet in einem Ingenieurbüro, während Erik für Webasto tätig ist. Diese Unabhängigkeit ermöglicht es ihnen, ihre Schachkarriere mit beruflichen und privaten Interessen in Einklang zu bringen.

Erfolgreiches Vereinsturnier mit bemerkenswerten Ergebnissen

Die SG Eintracht Neubrandenburg veranstaltete kürzlich ihr größtes Turnier des Jahres, die Eintracht Open, mit rund 100 Teilnehmern im Alter von 10 bis 88 Jahren. Die Ergebnisse zeigen die breite Altersspanne und das hohe Niveau:

  • In der Seniorengruppe gewann Alexander Priladyshev mit 4,5 Punkten.
  • Die A-Gruppe entschied FIDE-Meister Karsten Schulz über die Buchholz-Wertung für sich.
  • Laurenz Preissner siegte in der B-Gruppe mit 4,5 Punkten.
  • Jonas Hochgräfe sicherte sich in der C-Gruppe mit 4,5 Punkten den ersten Platz.

Besondere Aufmerksamkeit erregten Einzelergebnisse junger Talente: Der neunjährige Tymofii Malyi besiegte einen 55-jährigen Schachtrainer, während der zwölfjährige Emil Hübner sowohl einen 78-jährigen ehemaligen Hochseekapitän als auch einen 69-jährigen ehemaligen ÖPNV-Geschäftsführer schlug.

Die Schachzwillinge Peter und Erik Stöwesand verkörpern mit ihrer Geschichte nicht nur die Verbindung von Popkultur und Sport, sondern auch die nachhaltige Entwicklung des Schachsports in Neubrandenburg. Ihre Teilnahme am Deutschen Pokal markiert einen Höhepunkt in ihrer über zwei Jahrzehnte währenden Karriere und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Vereinslebens für den Breitensport.

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