Im Kampf um die deutsche Meisterschaft steht Alba Berlin vor einem historischen Entscheidungsspiel. Nach einem beeindruckenden Comeback im vierten Finale gegen Bayern München haben die Berliner die Serie ausgeglichen und sich in eine günstige Ausgangsposition gebracht. Am Sonntag (16.30 Uhr) geht es in München um den Titel.
Emotionale Aufholjagd in Berlin
Michael Rataj, Big Man von Alba, zeigte sich nach dem 71:61-Sieg am Freitagabend kämpferisch: „Bei einem Spiel fünf um die deutsche Meisterschaft ist es egal, was für ein Wetter ist und wie sehr der Körper wehtut. Wir sind alle bereit.“ Die Max-Schmeling-Halle glich einer Tropenhitze, doch die Berliner ließen sich nicht beeindrucken. Nach einem Rückstand von zehn Punkten im dritten Viertel drehten sie das Spiel mit einem kollektiven Kraftakt.
Unerschütterlicher Teamgeist
Jonas Mattisseck, Kapitän von Alba, sprach von „unglaublichen“ Spielen und einer Stimmung, die er in seiner langen Karriere selten erlebt habe. „Viele der Jungs haben noch nie richtig Play-offs gespielt. Das ist eine beeindruckende mentale Leistung“, so Mattisseck. Der Verein organisiert für das Entscheidungsspiel eine kostenfreie Fanfahrt nach München, um die Mannschaft zu unterstützen.
Bayern als Favorit unter Druck
Bayern München war als großer Favorit ins Finale gegangen. Mit einem Budget von 18 Millionen Euro für Spieler und einem Kader voller Welt- und Europameister schien der Titelverteidiger übermächtig. Alba hingegen investierte nur 4,69 Millionen Euro. Doch nach dem vierten Spiel liegt das Momentum nun bei den Berlinern. „Der Druck liegt jetzt bei München“, sagte Mattisseck. Bayerns Trainer Svetislav Pešić zeigte sich ratlos: „Dass wir unser Konzept verlieren, passiert uns sehr selten. Leider ist es uns in diesem wichtigen Spiel passiert.“
Alles offen im fünften Spiel
Obwohl Bayern den Heimvorteil hat, ist Alba nach den Play-offs alles zuzutrauen. Malte Delow betonte: „München spielt zu Hause, war das beste Team in der Hauptrunde und hat auch die besseren Play-offs gespielt. Aber in einem Spiel fünf kann alles passieren.“ Der Matchplan der Berliner bleibt unverändert: Pressen, schnelles Spiel und Unruhe stiften. „Ich hoffe, dass sie irgendwann den Druck spüren und müde Beine bekommen. Dann müssen wir den Extrapunch liefern“, so Delow.



