Bayerischer Wirt über WM in Brooklyn: USA kein Fußballland
Bayerischer Wirt: USA kein Fußballland

Bayerischer Wirt über die WM in Brooklyn: „Die USA sind kein Fußballland und werden es auch nie sein“

Der Bayer Sylvester Schneider war 20 Jahre lang Biergarten-Wirt in Manhattan. Jetzt zapft er zur WM in Brooklyn. Ein Gespräch über Stimmung, Bierpreise und einen Bürgermeister, der ihm das Geschäft schwermacht.

Von Helena Wittlich

Erstmal ein Bier. Sylvester Schneider steht auf der Dachterrasse seines „Fun-Fan-Fest for the World Cup“ in Brooklyn und zapft. Bier aus richtigen Gläsern gibt es, mit Schaumkrone. Die Gläser hat der gebürtige Bayer extra für die WM herstellen lassen.

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Schneider, der zwei Jahrzehnte lang einen bayerischen Biergarten in Manhattan betrieb, hat sich für die Weltmeisterschaft in den USA etwas Besonderes einfallen lassen. In Brooklyn hat er ein Fanfest aufgebaut, das den Namen „Fun-Fan-Fest for the World Cup“ trägt. Die Location ist eine Dachterrasse mit Blick auf die Skyline von Manhattan. Hier will er den Besuchern ein Stück bayerische Bierkultur näherbringen.

Doch die Begeisterung für das runde Leder ist in den USA seiner Meinung nach begrenzt. „Die USA sind kein Fußballland und werden es auch nie sein“, sagt Schneider. Das liege vor allem an der fehlenden Tradition und der Konkurrenz durch andere Sportarten wie American Football, Basketball und Baseball. Zwar habe der Fußball in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, aber ein echter Fußballkult wie in Europa sei nicht entstanden.

Ein weiteres Problem: die hohen Bierpreise. Schneider beklagt, dass die Kosten für eine Maß in Brooklyn deutlich höher seien als in München. „Ein Bier kostet hier fast das Doppelte“, rechnet er vor. Das liege an den hohen Steuern und Mieten. Dennoch sei die Stimmung bei den Spielen ausgelassen, und viele Besucher kämen aus aller Welt.

Doch nicht nur die Preise machen ihm zu schaffen. Auch der Bürgermeister von New York City, Eric Adams, bereitet ihm Kopfzerbrechen. Adams hatte zuletzt angekündigt, die Regeln für Veranstaltungen zu verschärfen. Schneider befürchtet, dass dies sein Geschäft beeinträchtigen könnte. „Der Bürgermeister macht es mir nicht leicht“, sagt er. Trotz aller Widrigkeiten ist Schneider optimistisch: „Solange die Menschen Bier lieben und Fußball schauen, wird es immer einen Platz für meine Feste geben.“

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