Konzertsommer in Berlin: Rock-Schwergewichte und Indie-Jubiläum
Der Berliner Konzertsommer nimmt Fahrt auf. Gleich mehrere Rock-Größen spielen in der Hauptstadt, darunter Guns N' Roses, die scheinbar zu alter Form zurückgefunden haben. Unsere Konzertempfehlungen für die kommende Woche.
1. Kings of Leon: Harmonischer Familienrock aus Tennessee
Die Kings of Leon, gegründet 1999 in Tennessee, bestehen aus den Brüdern Caleb, Nathan und Jared Followill sowie ihrem Cousin Matthew. Sie gelten als das populärste Rock-Familienunternehmen der Gegenwart. Anders als die Beach Boys, ebenfalls drei Brüder und ein Cousin, kommen sie ohne Zank und Zerwürfnisse aus. Mit „Sex on Fire“ haben sie eine der großen Rock-Hymnen des frühen 21. Jahrhunderts geschaffen und ihren Southern Rock behutsam weiterentwickelt.
2. 30 Jahre Karrera Klub: Nostalgisches Indie-Weekend
Der Karrera Klub wurde 1996 von drei Pop-Nerds als Veranstaltungsplattform gegründet. Er holte Bands wie Franz Ferdinand, The Killers und Arctic Monkeys erstmals nach Berlin. Zum 30. Geburtstag gibt es ein nostalgisches Reenactment mit Live-Acts wie Shout Out Louds und Maxïmo Park, die dem Klub ihre Dankbarkeit zeigen. Auch The Frank & Walters, irische Indie-Urgesteine, treten auf.
3. Aldous Harding: Rätselhafte Folkpop-Fee aus Neuseeland
Aldous Harding präsentiert auf ihrem Album „Train on the Island“ weiterhin enigmatische Texte und surrealen Folkpop. Ihr Indie-Hit „The Barrel“ aus 2019 bleibt rätselhaft. Hardings extraterrestrischer Vibe macht sie zur faszinierendsten Figur im zeitgenössischen Songwriter-Pop.
4. Guns N' Roses: Dinosaurier im Jungbrunnen
Guns N' Roses haben seit 1993 nur ein Album veröffentlicht, den Mega-Flop „Chinese Democracy“. Dennoch wird jedes Lebenszeichen der Band gefeiert. Axl Rose wirkt mit 64 wie aus dem Jungbrunnen gezogen, sodass die Tour der Hardrock-Dinosaurier mit Spannung erwartet wird.
5. Limp Bizkit: Nu-Metal-Radaubrüder
Limp Bizkit mischten vor 30 Jahren die Szene auf mit Metal-Riffs und Hardcore-Rap. Trotz nur drei Alben in 25 Jahren sind sie für beherztes Moshen und Headbangen gut. Sänger Fred Durst schürt die gewaltbereite Stimmung bei Konzerten.
6. The B-52s: New-Wave-Aliens aus Georgia
The B-52s aus Athens, Georgia, verschmolzen Rockabilly, Girlgroup-Euphorie und Wave-Gitarren zu manischem Milchstraßen-Pop. Mit „Rock Lobster“ und „Planet Claire“ schufen sie Evergreens. 50 Jahre nach Bandgründung sind vier Fünftel der Originalbesetzung an Bord.



