Klopp bekennt sich zum Bundestrainer-Job: „Ich bin bereit“
Klopp bekennt sich zum Bundestrainer-Job: „Ich bin bereit“

Jürgen Klopp hat sich in New York öffentlich zum Bundestrainer-Job bekannt. „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit“, sagte der 59-Jährige in einem Interview bei MagentaTV, für das er die WM auch nach dem deutschen Turnier-Aus als Experte verfolgt. Braun gebrannt stand Klopp auf einer Dachterrasse in New York, unweit der Hochzeit von Taylor Swift und Travis Kelce. Die weißen Zähne blitzten – der ehemalige Liverpool-Coach zeigte Biss.

Noch keine Detail-Verhandlungen, aber klare Ansagen

Noch sind keine Detail-Verhandlungen mit der DFB-Spitze um Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke geführt worden. Das Duo will zeitnah zum Wunschkandidaten in die USA fliegen. Auch Klopps Vertrag als Head of Global Soccer bei Red Bull ist noch nicht aufgelöst. Dennoch scheint eine gute Woche nach dem nächsten WM-Flop der DFB-Auswahl alles auf Klopp hinauszulaufen.

Bereits vor dem ersten deutschen WM-Spiel hatte Klopp mit einem Satz für Aufsehen gesorgt: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch.“ Dieser Satz ist nun Realität geworden. Nagelsmann, der am 24. September zum Start in die Nations League in den Niederlanden die nächste Aufstellung der DFB-Elf machen wird, kann wohl nur Klopp heißen.

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Der teure Klopp-Paket: Red Bull und Vertragslaufzeit

Das Klopp-Paket wird teuer für den DFB. Verbandschef Neuendorf muss trotz der ab 2027 sprudelnden Nike-Millionen auf die Kosten achten. Klopp ebnete den Weg: „Es ist ja schwierig, Gesprächen vorzugreifen. Aber wir haben natürlich auch schon Dinge angetextet“, sagte er in Richtung von Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, der am Wochenende beim Formel-1-Rennen in Silverstone weilte.

Mintzlaff hat dem FC Bayern vor Jahren über 25 Millionen Euro als Ablöse für Julian Nagelsmann abgerungen. Diesmal geht es um das Wohl des deutschen Fußballs. Mintzlaff gehörte zu jener DFB-Task-Force, die nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2022 in Katar gegründet worden war.

Klopp äußerte sich auch beim österreichischen Privatsender ServusTV, der zur Red Bull Media House GmbH gehört: „Red Bull muss sauber aus der Nummer rauskommen können.“ Auf die Frage, was zu einer Unterschrift noch fehle, antwortete Klopp: „Zeit.“

Posten, Macht und Völlers Zukunft

Klopp hat sich mit seinen Beratern für den Neuanfang positioniert. Es geht nicht nur um einen Vertrag bis zur EM 2028, sondern gleich bis zur WM 2030. Auch die Frage nach seinen Co-Trainern Peter Krawietz und Pepijn Lijnders sowie nach Rudi Völlers Zukunft als DFB-Sportdirektor steht im Raum. Der 66-jährige Völler will im direkten Gespräch mit Klopp ausloten, ob es eine Basis gibt. Ansonsten würde er Konsequenzen ziehen.

„Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen“, sagte Klopp. Er sprach „das Kopfkino“ an, das bei Fans, Medien und im Verband einsetzen könnte. Klopp betonte: „Der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern.“

Klopps Vision: Leidenschaft und Neuausrichtung

Wie sähe ein Klopp-Kosmos aus? Er sprach von „absoluter Leidenschaft“. Das würde für alle, angefangen bei den Spielern um Kapitän Joshua Kimmich, das Leitbild einer Neuausrichtung sein. Klopp erlebt die WM-Spiele in Amerika teilweise live im Stadion mit. „Es ist wie eine Fortbildung. Also wie auch immer es für mich weitergeht, blöder werde ich nach dieser Weltmeisterschaft sicher nicht sein. Ich werde einiges dazugelernt haben. Und das ist natürlich auch notwendig“, sagte er.

Dass Klopp noch einen persönlichen Werbevertrag mit Nike-Konkurrent Adidas hat, wird DFB-intern nicht als Problem gesehen. Die 2020 langfristig vereinbarte Zusammenarbeit soll Ende des Jahres auslaufen.

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Mertesacker bekundet Interesse an DFB-Job

Hinter der großen Personalie Klopp rücken andere Köpfe in den Hintergrund. Per Mertesacker (41), Spieler im letzten deutschen Weltmeister-Team von 2014 und langjähriger Leiter der Nachwuchsakademie beim FC Arsenal, bekundete Interesse an einer Rolle beim DFB. „Irgendwie mal beim DFB zu arbeiten, dem deutschen Fußball, dem ich auch so viel zu verdanken habe, mal was zurückzugeben, wenn das gewünscht ist – dafür stehe ich natürlich zur Verfügung“, sagte Mertesacker als TV-Experte für das ZDF. Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig verlässt den DFB zum Jahresende. Sondierungsgespräche mit Mertesacker gab es dem Vernehmen nach schon – freilich vor der Nagelsmann-Klopp-Wende.