Manuel Neuer hat nach dem enttäuschenden WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft den Trainingsbetrieb beim FC Bayern München wieder aufgenommen. Der 40-jährige Kapitän, der sein Karriereende nach dem Turnier angekündigt hatte, machte deutlich, dass der Verein nun im Fokus steht. „Ich glaube, irgendwie ist man auch froh, dass es dann wieder losgeht und dass man neue Ziele hat und viel erreichen kann, auch mit dem Verein. Und das ist jetzt unser Ziel“, sagte Neuer bei seiner Rückkehr auf den Platz in Rottach-Egern.
Neuer: „Es sieht stark danach aus, dass ich aufhöre“
Der Torwart, der in seine 21. Profi-Saison geht, ließ keinen Zweifel daran, dass dies höchstwahrscheinlich seine letzte Spielzeit sein wird. „Es sieht schon stark danach aus, dass ich aufhöre“, gestand der Weltmeister von 2014. Erst in der vergangenen Saison hatte er nach langem Zögern einen neuen Vertrag unterschrieben, obwohl er die Wahrscheinlichkeit eines Verbleibs nur bei 15 Prozent gesehen hatte. Die Lust auf weitere Erfolge mit dem Doublesieger, vielleicht sogar der dritte Champions-League-Triumph, sowie die gute Zusammenarbeit mit Trainer Vincent Kompany und dem Team bewogen ihn zur Verlängerung.
Nachfolger Urbig als designierte Nummer 1
Ein besonderer Reiz liegt für Neuer auch im Aufbau seines Nachfolgers. Jonas Urbig, 22 Jahre alt, gilt als designierte Nummer 1 der Zukunft. Der Torhüter, der in der vergangenen Saison 20 Pflichtspiele für Bayern absolvierte, wenn Neuer verletzungsbedingt ausfiel, trainierte Seite an Seite mit dem Routinier. „Ich denke, dass es ähnlich laufen wird wie in der letzten Saison. Wir werden uns unterstützen, wir haben ein gutes Torwart-Team, auch mit Ulle und den jungen Torhütern“, so Neuer über die Konkurrenz mit Sven Ulreich und den anderen Keepern.
Kader des Rekordmeisters wächst weiter
Neben Neuer, Urbig und Joshua Kimmich sind auch Neuzugang Nathaniel Brown, Jonathan Tah und Aleksandar Pavlovic in die Vorbereitung eingestiegen. Brown wechselte für rund 50 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt zum Rekordmeister. Hinzu kommen WM-Rückkehrer wie Hiroki Ito (Japan), Minjae Kim (Südkorea), Alphonso Davies (Kanada) und Bara Ndiaye (Senegal). Sie alle werden am Samstag den Charterflieger zur Sommertour nach Asien besteigen. Harry Kane (England), Michael Olise und Dayot Upamecano (Frankreich) kehren erst später zurück.
Vorstandschef Dreesen: „Mega happy“ mit dem Kader
Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen zeigte sich erleichtert: „Erstmal bin ich froh, dass eigentlich die meisten, bis auf Lennart Karl, ohne größere Blessuren wieder nach Hause gekommen sind.“ Karl arbeitet ebenso wie Serge Gnabry, Jamal Musiala und Neuzugang Ismael Saibari an seinem Reha-Plan. Neuer selbst ist mit dem aktuellen Kader hochzufrieden: „Man muss ja auch sagen, dass wir keine Abgänge aus der ersten Elf haben, bei denen du sagst: Uns bricht jetzt einer völlig weg. Ich glaube, dass die Neuzugänge auch noch mal genug Power mitbringen, dass sie uns weiterbringen.“
Neuer: Kein Karriereende für den Sohn
Dass er seine Karriere fortsetzt, hat für Neuer nichts mit seinem Sohn Luca zu tun. Auf die Frage, ob die Familie Extra-Motivation sei, antwortete er: „Ich mache das für mich persönlich, weil ich in der Lage bin, der Mannschaft immer zu helfen. Dass ich die Unterstützung habe aus meinem Familien- und Freundeskreis, das ist klar.“ Am 22. August startet Bayern mit dem Franz Beckenbauer Supercup bei Borussia Dortmund in die Pflichtspiel-Saison.



