Nach dem bitteren Zweitliga-Abstieg mit dem SC Preußen Münster benötigte Offensiv-Routinier Joshua Mees (30) erst einmal Abstand. Ganze 9500 Kilometer legte er zurück, flog nach Costa Rica, um unter karibischer Sonne den Kopf freizubekommen. Inzwischen ist der gebürtige Saarländer zurück in der Heimat – voller frischer Energie und Tatendrang.
Der Abstieg und seine Folgen
Die verkorkste Rückserie der vergangenen Saison hatte sich der erfahrene Profi ganz anders vorgestellt. Nur ein magerer Sieg in den letzten 19 Partien – das ist eine Bilanz, die auch Mees ehrlich kommentiert: „So hatten wir den Klassenerhalt leider nicht verdient.“ Dennoch bekennt er sich weiterhin zu den „Schwarz-Weiß-Grünen“ und freut sich auf die neue Herausforderung in der 3. Liga.
Anders als einige Teamkollegen, die den Verein bereits verlassen haben oder noch auf dem Sprung sind, bleibt Mees den Preußen treu. Der 30-Jährige, der bereits 16-mal in der Bundesliga und 170-mal im Fußball-Unterhaus auflief, aber noch nie in seiner Profikarriere tiefer kickte, sagt: „Ein spannendes Projekt. Wir haben einen großen Umbruch zu verkraften und müssen erst einmal als Mannschaft zusammenwachsen.“
Hohe Erwartungen an den Ex-Zweitligisten
Die Ansprüche an Preußen Münster sind als ehemaliger Zweitligist logischerweise hoch. Die Mannschaft von Neu-Trainer Thomas Wörle (44) zählt automatisch zum Kreis der Aufstiegskandidaten. Doch Mees möchte noch nicht so weit gehen. Sein Ziel deckt sich mit den Vorgaben der Vereinsführung: „Wir wollen uns zunächst in der 3. Liga stabilisieren, um anschließend, nach der Fertigstellung des neuen Stadions, wieder ganz oben anzugreifen.“ Natürlich hätte niemand bei den „Adlerträgern“ etwas dagegen, wenn dieses Vorhaben früher gelingen sollte.
Die Sehnsucht nach Siegen
Die Sehnsucht nach erfolgreicheren Tagen ist bei Mees groß: „Wir wollen endlich wieder Spiele gewinnen. Für Siege gibt es einfach keinen Ersatz. Sie sorgen in erster Linie für den Spaß am Fußball.“ Aktuell hält er sich noch bei der Familie in seiner saarländischen Heimat auf, verfolgt aber genau, was bei den Preußen passiert: „So habe ich mitbekommen, dass mit Marvin Schulz, Rico Preißinger oder auch Niko Koulis drei wichtige Jungs verlängert haben. Dazu wurden bereits einige vielversprechende Talente verpflichtet. Ich bin überzeugt, dass unsere Kaderplaner zusammen mit dem Trainer eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine stellen werden.“
Verantwortung und Gesundheit
Aufgrund seiner großen Erfahrung wird Mees zwangsläufig zu den Leistungsträgern und Führungsspielern gehören. Er verspricht: „Natürlich werde ich versuchen, Verantwortung zu übernehmen. Das Wichtigste dafür ist allerdings meine Gesundheit. Nach den vielen Verletzungen in der Vorsaison fühle ich mich momentan topfit. Meine Akkus sind wieder aufgeladen und ich habe richtig Bock darauf, ohne gesundheitliche Einschränkungen am 28. Juni in die sechswöchige Vorbereitung zu starten.“
In der Vorsaison fehlte Mees wegen eines Sehnenabrisses im Oberschenkel und verschiedener muskulärer Probleme insgesamt über drei Monate – exakt 122 Tage. Das war sicherlich einer der Gründe, warum die Preußen am Ende das Liga-Schlusslicht bildeten.
Personalien: ter Horst und Batista-Meier
Der Wechsel von Münsters „Eigengewächs“ Jano ter Horst (23) zu Erstliga-Aufsteiger SC Paderborn ist nun offiziell. Der Rechtsverteidiger hat einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Er steht in besonderem Maße für den Preußenweg, der Talente aus den eigenen Reihen langfristig an den Profifußball heranführt. Jano gestaltete den Durchmarsch der „Adlerträger“ bis in die 2. Bundesliga als Stammspieler mit. Bei den Ostwestfalen, die knapp 250.000 Euro Ablöse für ihn zahlen, will er den nächsten Karriereschritt machen.
Neben ter Horst steht mit Oliver Batista-Meier (25) ein weiterer Preuße kurz vor dem erfolgreichen Abschluss mit Paderborn. Der feine Mittelfeldtechniker mit Offensivdrang soll sich auf einen Dreijahresvertrag geeinigt haben und nach bestandenem Medizincheck offiziell als Neuzugang verkündet werden. Mit sechs Toren und vier Assists war Batista-Meier in der abgelaufenen Zweitligasaison Preußens Top-Scorer.
Stadtwerke verlängern Partnerschaft
Die Stadtwerke Münster unterstützen zahlreiche Breiten- und Spitzensportvereine der Stadt und leisten so einen wertvollen Beitrag für den Standort. Von dieser Förderung profitiert der SC Preußen Münster bereits seit mehr als 15 Jahren über alle Ligagrenzen hinweg. Der ohnehin noch bis 2027 laufende Vertrag wurde am Donnerstag vorzeitig und langfristig verlängert – ein starkes Signal des Dienstleistungsunternehmens.
Podcast „Preußen Privat“
Dazu passt auch die neue Folge des beliebten Insider-Podcasts „Preußen Privat“ aus der kultigen Bode-Stadionloge. Geschäftsführer Philipp Deipenbrock (47), beim Verein zuständig für Vertrieb und Marketing, spricht unter anderem über die Auswirkungen des Abstiegs bei den Sponsoren und versichert, dass sie nahezu geschlossen den Preußen die Treue halten. Der Podcast ist jederzeit kostenlos zu hören unter www.preussenprivat.de und überall dort, wo es gute Podcasts gibt, unter anderem auf Spotify.



