Reul: DFB-Pokalfinale hätte abgebrochen werden müssen
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat sich beim DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart einen Abbruch des Spiels wegen des massiven Pyrotechnik-Einsatzes beider Fanlager gewünscht. Er sei „fassungslos“ gewesen, dass Schiedsrichter Sven Jablonski die Partie weiterlaufen ließ, sagte der CDU-Politiker dem „Spiegel“ vor der am Mittwoch beginnenden Innenministerkonferenz in Hamburg.
„Ich wäre für den Abbruch gewesen“, erklärte Reul und fügte hinzu: „Weil manche Leute es nur so verstehen, dass sie eine Grenze überschreiten.“ Das Pokalfinale wurde lediglich für mehrere Minuten unterbrochen. Die Anhänger beider Vereine hatten während der Partie am 23. Mai ihren Unmut über den Deutschen Fußball-Bund zum Ausdruck gebracht. Zum Abschluss der Aktion wurde massive Pyrotechnik im Berliner Olympiastadion gezündet. Das Spiel wurde wegen der Rauchentwicklung für mehrere Minuten unterbrochen, aber nicht abgebrochen. Der FC Bayern gewann am Ende klar mit 3:0.
Innenministerkonferenz berät über Sicherheitsmaßnahmen
Auf der Innenministerkonferenz in Hamburg soll es nun um Maßnahmen zur Sicherheit an und in Fußballstadien gehen. Konkrete Maßnahmen tauchen in dem Papier laut dem „Spiegel“ jedoch nicht auf. Schon bei der vorigen Sitzung der Innenministerkonferenz im vergangenen Dezember in Bremen spielte das Thema eine größere Rolle. Zwar betonten die Ressortchefs der Länder damals, strikter gegen Gewalt in Fußballstadien vorgehen zu wollen und den Sachstandsbericht einer Bund-Länder-offenen Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ besonders intensiv diskutiert zu haben.
Zu den meisten Reizthemen, gegen die die Fans zuvor wochenlang vor und in den Stadien protestiert hatten, gab es allerdings keine Beschlüsse: weder zu personalisierten Tickets noch zu flächendeckenden Ausweiskontrollen, Gesichtserkennungen und einer KI-Überwachung.
„Ich habe nicht den Eindruck, dass wir wirklich vorankommen“, sagte Reul. Ihm reichen die bisherigen Maßnahmen offenbar nicht aus. „Es gibt ein glasklares Verbot von Pyrotechnik, also müssen die Vereine verpflichtet werden, die Kontrollen zu verschärfen“, betonte der 73-Jährige.



