Albert Riera wird als Missverständnis in die Geschichte von Eintracht Frankfurt eingehen. Nun erhebt der ehemalige Trainer schwere Vorwürfe gegen den hessischen Club. In einem Interview des slowenischen TV-Senders Sportklub erklärte der Spanier: „Wir waren einfach nicht füreinander bestimmt. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort.“
Kurze Amtszeit mit vielen Irritationen
Riera war im Winter als Nachfolger von Dino Toppmöller nach Frankfurt gekommen. Doch schon nach dreieinhalb Monaten war Schluss. Der zuvor in Deutschland weitgehend unbekannte Coach konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Der erneute Einzug in einen Europapokal-Wettbewerb gelang unter seiner Regie nicht. Stattdessen sorgte Riera mit seiner wortgewaltigen Art und manchen Entscheidungen für Verwunderung. So setzte er Mario Götze auf die Tribüne, kurz bevor die Vertragsverlängerung mit dem WM-Finaltorschützen von 2014 offiziell bekannt gegeben wurde.
Deutliche Kritik an Verein und Mannschaft
Obwohl Riera die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Markus Krösche lobte, übte er deutliche Kritik am Club und der Mannschaft. Er würde keinen einzigen Spieler für sein nächstes Projekt mitnehmen, erklärte der 44-Jährige. Bei seinem Ex-Club NK Celje aus Slowenien gebe es mehr Spieler, die er für sein nächstes Team auswählen würde. „Ich weiß nicht, ob es jemand besser gemacht hätte, wir werden es nie erfahren“, sagte er rückblickend über seine kurze Amtszeit.
Vorwürfe gegen die Vereinspolitik
Riera behauptete, dem Verein seien Namen wichtiger gewesen als Ergebnisse. Zudem sei ihm klar geworden, dass er die Spielerprofile, die er im Sommer für die Eintracht gewinnen wollte, nicht nach Frankfurt würde holen können. „Die Vereinspolitik sieht vor, dass der Trainer keinen Einfluss auf Scouting und die Mannschaftszusammensetzung hat“, erklärte Riera. „Das ist nicht das richtige Umfeld für mich, und ich wusste, dass wir langfristig nicht zusammenarbeiten können.“
Zur neuen Saison kehrt der Österreicher Adi Hütter als Trainer zur Eintracht zurück.



